NÖ hebt ab

Neues Weltraum-Forschungsprojekt in Wiener Neustadt startet

02.02.2026

In Wiener Neustadt arbeitet ein Forschungsteam an einem neuen Satellitenantrieb für präzise Raumfahrtmanöver. Die FOTEC entwickelt im Projekt IBEAM eine Technologie, die für Navigation und Erdbeobachtung eingesetzt wird. Unterstützt wird das Vorhaben vom Land Niederösterreich. 

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In Wiener Neustadt entwickelt ein Forschungsteam einen Satellitenantrieb, der neue Maßstäbe setzen soll. Die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH arbeitet im Projekt IBEAM an elektrischen Mini-Triebwerken für präzise Manöver im All. Die sogenannte FEEP-Technologie kommt bei Erdbeobachtung, Navigation und wissenschaftlichen Missionen zum Einsatz und überzeugt durch geringen Treibstoffverbrauch bei hoher Steuerungsgenauigkeit.

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Stärkung für Wissenschaft und Standort

Das Land Niederösterreich unterstützt das Projekt mit 80.000 Euro. "Wir investieren in die Wissenschaft, denn sie bringt Lösungen für die Zukunft", sagte Wissenschaftslandesrat LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). Die Forschung sei nicht nur für die Raumfahrt entscheidend, sondern bringe auch Innovationen für den Alltag und stärke den Wirtschaftsstandort. Pernkopf betonte außerdem die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der über die FH Wiener Neustadt aktiv in die Entwicklung eingebunden werde. "Neue Erkenntnisse helfen, Niederösterreich und die Welt weiterzuentwickeln, das Leben leichter und das Zusammenleben besser zu machen", sagte Pernkopf.

Robust im Orbit

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Belastbarkeit der Komponenten. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen, wie sich Strahlung auf Ionenemitter auswirkt, die als Schlüsselbauteile der Triebwerke gelten. Dafür kommen hochenergetische Protonen am MedAustron zum Einsatz. "Unsere FEEP-Triebwerke sind bestens für präzise Ausrichtung geeignet und ermöglichen lange Missionsdauern", sagte Dr. Bernhard Seifert, Leiter des Bereichs Aerospace Engineering bei FOTEC. Ziel der Tests sei es, Schwachstellen zu erkennen und die Systeme besser an die Bedingungen im All anzupassen.

Weltraumforschung aus Niederösterreich

Niederösterreich positioniert sich zunehmend als Raumfahrtstandort mit internationaler Strahlkraft. Kooperationen mit der ESA, spezialisierte Studiengänge und Hightech-Labore zeugen vom Wachstum dieser Zukunftsbranche. Viele Technologien, die einst für den Einsatz im All gedacht waren, landen später im Alltag - von GPS über Photovoltaik bis zu kabellosen Kopfhörern. Was heute in Wiener Neustadt entsteht, könnte morgen auf der ganzen Welt Wirkung entfalten.