Vor Israel-Auftritt

Särge am Schwedenplatz: Protest überschattet ESC

12.05.2026

Heute Abend steigt in der Wiener Stadthalle das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest. Damit soll das Mega-Event endlich Fahrt aufnehmen - allerdings formiert sich zeitgleich der erste laute Protest gegen die Organisatoren. Im Fokus der Kritik steht die Teilnahme Israels am Bewerb. 

Zur Vollversion des Artikels
© Palästina Solidarität Österreich
Zur Vollversion des Artikels

Mit dem Eurovision Song Contest (ESC) in der Wiener Stadthalle wird die österreichische Bundeshauptstadt die ganze Woche über zur internationalen Bühne für Musik, Glitzer und ein friedliches Miteinander. Doch wo gehobelt wird, fallen bekanntlich auch Späne: Rund um das größte Musikfest Europas nehmen langsam, aber sich auch die kritischen Stimmen Fahrt auf. So findet am heutigen Dienstag die erste angemeldete Gegen-Demo statt. Schauplatz ist der Schwedenplatz im 1. Bezirk, genauer die Ecke Hafnersteig nahe dem Eissalon, wo Aktivisten ab 16:30 Uhr mit einer Protestaktion auf sich aufmerksam machen wollen.

© Palästina Solidarität Österreich

Im Fokus der Kritik steht die Teilnahme Israels am Bewerb. Nur wenige Stunden vor dem Halbfinalauftritt von Israels ESC-Kandidat Noam Bettan planen die Demonstranten am Schwedenplatz einen Infotisch inklusive Live-Performance. Und die soll es in sich haben: Unter dem Motto "Keine Musik für Hinrichtungen. Kein Glitzer über dem Blutvergießen" will die Plattform "Palästina Solidarität Österreich" mit symbolischen Särgen ein deutliches Zeichen setzen. Die Särge sollen laut Veranstaltern als "aufrüttelnde Installation" dienen und Passanten direkt vor Ort konfrontieren.

© Palästina Solidarität Österreich

Die Aktivisten werfen Israel Menschenrechtsverletzungen in Palästina vor und kritisieren, dass das Land trotzdem am ESC teilnehmen darf. "Damit bricht Österreich das internationale Recht. Das zeigt beispielsweise auch die Tatsache, dass Israel trotz seiner Verbrechen die Möglichkeit erhält, sich diese Woche in Wien als demokratische und friedliche Regenbogennation feiern zu lassen", ist auf der offiziellen Website zu lesen. Damit wird der ESC bereits vor den ersten musikalischen Einlagen zum befürchteten Politikum, bei dem das eigentliche Thema - Musik, die Menschen verbindet - in den Hintergrund zu geraten droht.