Von Babler bestellt

Wiener Zeitung macht Simon Kravagna zum Geschäftsführer

04.05.2026

Der fjum-Leiter und "das biber"-Gründer Simon Kravagna setzte sich gegen knapp 40 Bewerber durch. Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler folgt mit der Ernennung der Empfehlung der Findungskommission. 

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© Parlamentsdirektion/​Thomas Topf
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Simon Kravagna wird neuer Geschäftsführer der republikseigenen "Wiener Zeitung". Der 54-Jährige folgt auf Martin Fleischhacker, der Anfang des Jahres seinen Rückzug von der "WZ"-Spitze bekanntgegeben hat. Mit der Ernennung des Nachfolgers folge Medienminister Andras Babler (SPÖ) der Empfehlung der Findungskommission, die Kravagna als "im höchsten Ausmaß geeignet" befunden habe, hieß es am Montag in einer Aussendung.

Kravagna kennt die Branche schon lange. Seine journalistische Laufbahn begann der studierte Politikwissenschaftler bei "Format" und im Innenpolitik-Ressort des "Kurier". 2006 gründete er "das biber" und war jahrelang Herausgeber und Chefredakteur des Gratismagazins mit Schwerpunkt auf migrantische Communitys. Zuletzt leitete er das Forum Journalismus und Medien Wien" (fjum), wo er ein Medienlab für journalistische Start-ups aufbaute, eine AI Media Academy initiierte und ein Talenteprogramm verantwortete.

Insgesamt 39 Bewerbungen für Spitzenposten

Laut Ministerium konnte sich Kravagna unter 39 Bewerberinnen und Bewerbern durchsetzen. "Die Wiener Zeitung ist auf dem besten Weg, sich durch ihr vielfältiges Innovations- und Kooperationsangebot als wichtiger Motor für den Medienstandort zu etablieren. Mit Simon Kravagna übernimmt ein erfahrener Medienmanager, der diesen Kurs weiterführen und neue Impulse setzen wird - insbesondere, um qualitätsvollen Journalismus für junge Menschen zugänglicher zu machen und ihre Medienkompetenz nachhaltig zu stärken", wurde Babler zitiert.

Kravagnas Vorgänger Fleischhacker, der ab 2018 mit der Geschäftsführung betraut war, hatte Anfang 2026 seinen Rückzug von der "WZ"-Spitze bekanntgegeben. Später teilte er mit, zum US-Wirtschaftsnachrichtendienst CNBC zu wechseln, der 2027 auch im DACH-Raum mit Holdingstandort in Wien starten will. In Fleischhackers Zeit fiel die von der damals türkis-grünen Bundesregierung umgesetzte Einstellung der "Wiener Zeitung" als tägliche Printzeitung, deren letzte Ausgabe Ende Juni 2023 erschien. Der Schritt ging mit einem kräftigen Personalabbau einher. Seitdem fokussiert das Medienhaus auf den Onlineraum.