Neues Punkte-System

Rüpel-Sperre für Wohnungen im Gemeindebau

22.03.2026

Bisher war beim Gemeindebau oft nur das Sitzfleisch entscheidend, doch damit räumt die Stadt Wien jetzt gründlich auf. Ab September zählt nicht mehr das Datum der Anmeldung für eine Gemeindewohnung, sondern die tatsächliche Lebenslage der Wohnungssuchenden. 

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© APA/HERBERT NEUBAUER
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Ab September weht im Gemeindebau ein völlig neuer Wind. Wer in eine der begehrten Wohnungen ziehen möchte, muss erst einmal sein Punktekonto füllen. Die scheidende Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) hat eine Reform der die Vergabe auf Schiene gebracht. Soziale Bedürfnisse stehen künftig ganz oben auf der Liste. Wer etwa gerade eine Ausbildung macht oder eine Familie gründet, hat ein deutlich besseres Leiberl beim Ansuchen. Auch ältere Menschen profitieren massiv von der Reform. Wer sich im Alter verkleinern möchte oder barrierefreien Wohnraum benötigt, sammelt wertvolle Bonuspunkte für den Umzug.

Störenfriede werden 5 Jahre gesperrt

Doch die Medaille hat eine Kehrseite. Für Unruhestifter und Regelbrecher wird der Zugang zum Gemeindebau künftig drastisch erschwert. Wer sich in den letzten fünf Jahren danebenbenommen hat, bekommt die rote Karte gezeigt. Wer wegen Mietschulden, illegaler Untervermietung oder massiver Konflikte mit den Nachbarn aus einer Wohnung geflogen ist, wird für fünf Jahre komplett gesperrt. Dieses konsequente Durchgreifen gegen unleidliches Verhalten soll für mehr Ruhe in den Wohnhausanlagen sorgen. Auch wer seine Wohnung nicht als Hauptwohnsitz nutzt, schaut künftig durch die Finger.

Daten-Check und digitales Wohn-Ticket

Zentrales Element der Neuerung ist das neue Wiener Wohn-Ticket. Damit werden Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen erstmals in einem System zusammengefasst. Das Ganze soll digitaler und unbürokratischer ablaufen, da Unterlagen bequem von daheim hochgeladen werden können. Allerdings verlangt die Stadt künftig deutlich mehr Transparenz von den Bewerbern. Nicht nur der Hauptmieter muss die Karten offenlegen. Auch von allen mitziehenden Personen werden Daten wie der Beruf, das Familienverhältnis oder der aktuelle Aufenthaltsstatus genau unter die Lupe genommen. Jede Änderung der Lebensumstände muss sofort gemeldet werden.

Bewährte Vorteile bleiben fix erhalten

Trotz des digitalen Umbaus und der strengeren Regeln bleiben liebgewonnene Vorteile erhalten. Die Verträge bleiben weiterhin unbefristet und der bewährte Wien-Bonus für langjährige Bewohner bleibt unangetastet. Um zusätzliches Personal für den Ansturm in der Übergangsphase hat man sich im Rathaus bereits gekümmert. Das Gesetz wird im Juni beschlossen und soll pünktlich zum ersten September für mehr Fairness am Wohnungsmarkt sorgen.