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S-Bahn-Sperre: ÖAMTC will längeres Parken in Außenbezirken

19.02.2026

Der ÖAMTC fordert eine befristete Ausnahme von der Höchstparkdauer in den Außenbezirken während der Sperre der S-Bahn-Stammstrecke.

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© ÖBB/Werner
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Wenn Wiens S Bahn Stammstrecke dichtmacht, wird es für viele Pendler richtig zäh. 14 Monate lang. Und ausgerechnet in einem Sommer, in dem auch bei U3 und U4 gebaut werden soll. Für den ÖAMTC ist klar, das wird nicht nur unbequem, das wird ein echter Zeitfresser auf dem Weg in die Arbeit und wieder heim.

"Uns ist bewusst, dass die Modernisierung notwendig ist, allerdings stehen zwischenzeitlich kaum gleichwertige Alternativen für Pendelnde zur Verfügung", sagt ÖAMTC-Verkehrsexperte Matthias Nagler. Damit zeige sich einmal mehr, dass in Wien ein S-Bahn-Ring bzw. eine zweite Stammstrecke fehlen. 

Die Kritik zielt dabei nicht nur auf die Baustellen selbst, sondern auf ein altes Wiener Problem, das jetzt wieder voll sichtbar wird. Wer aus dem Umland kommt, ist stark auf die Stammstrecke angewiesen. Fällt sie weg, gibt es oft keinen Plan B, der halbwegs gleichwertig ist. 

Befristete Ausnahmeregelung

Damit die Leute aus Niederösterreich nicht die ganze Last tragen, legt der Mobilitätsclub einen Vorschlag auf den Tisch, der schnell wirken könnte. Parken in den Außenbezirken soll für Pendler flexibler werden. Nicht gratis, aber länger möglich.

"Aufgrund der Einschränkungen im Bahnbetrieb wird sich die Fahrtzeit für Niederösterreicher:innen deutlich verlängern. Allerdings könnte die Stadt Wien einen wertvollen Beitrag leisten und kurzfristig entsprechende Erleichterungen schaffen", sagt Matthias Nagler, ÖAMTC.

Konkret geht es um eine befristete Ausnahme bei der Höchstparkdauer. Derzeit sind in vielen Bereichen nur zwei Stunden erlaubt. Wer aber wegen der Sperre auf eine Kombination aus Auto und Öffis ausweichen muss, steht mit diesem Limit schnell an. Die Idee lautet, per Antrag eine Genehmigung zu bekommen, damit das Auto länger stehen darf. Die Gebührenpflicht soll bleiben, auch die strengen Regeln in Geschäftsstraßen.

ÖAMTC schlägt auch Tagespauschale vor

"Vielen Pendler wäre bereits sehr geholfen, wenn sie ihr Fahrzeug auch länger als die erlaubten zwei Stunden in einem Außenbezirk stehen lassen könnten. Schließlich sind die verfügbaren Park & Ride Anlagen am Stadtrand bereits stark ausgelastet", so Nagler.

Und der ÖAMTC schiebt gleich noch einen Wunsch nach. Wer schon länger parken muss, soll dafür nicht automatisch tief in die Tasche greifen. Eine Tagespauschale wäre aus Sicht des Clubs eine faire Lösung, zumindest für die Zeit der Sperre. Ganz ohne Einschränkungen soll das aber nicht laufen. In Vierteln, wo die Stellplätze jetzt schon knapp sind, braucht es laut ÖAMTC Augenmaß, damit die Anrainer nicht die nächsten Verlierer sind.

Zeitlich will der Mobilitätsclub das Ganze klar eingrenzen. Die Ausnahmeregelung soll bis Ende Oktober 2027 gelten. Dann, so die Erwartung, sollte die Sanierung der Stammstrecke abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob Wien den Pendlern wirklich schnell entgegenkommt oder ob der tägliche Umweg zur neuen Normalität wird.