Strom statt Sprit

Taxibranche bremst beim Umstieg auf Elektroautos

15.12.2025

Wiens Taxibranche tut sich schwer mit dem Sprung in die Zukunft. Seit Anfang des Jahres dürfen nur noch E-Autos neu zugelassen werden. Der erwartete Schub bleibt aus, die Zulassungszahlen sinken drastisch. 

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Der große Umstieg auf E-Taxis in Wien läuft deutlich zäher als geplant. Seit Anfang 2024 dürfen neue Taxis nur noch mit Elektromotor unterwegs sein. Statt eines Aufschwungs meldet die Branche jedoch einen Einbruch bei den Neuzulassungen. Laut der Vermittlungszentrale Taxi 40100 kamen heuer bislang laut ORF Wien rund 350 neue Fahrzeuge dazu, im Vorjahr waren es noch über 1.000.

Wiens Taxiflotte zählt derzeit etwa 8.100 Fahrzeuge. Zwei Drittel davon fahren mit Hybridantrieb, rund 575 Taxis sind rein elektrisch unterwegs. Viele Betreiberinnen und Betreiber zögern beim Umstieg, weil E-Autos in der Anschaffung teurer sind als herkömmliche Modelle. Ein weiterer Bremsklotz ist die Ladeinfrastruktur. Aus Branchenkreisen heißt es, dass zahlreiche Lenkerinnen und Lenker keine Möglichkeit haben, das Fahrzeug zuhause zu laden, und deshalb auf öffentliche Stationen angewiesen sind.

Reservierbare Ladestationen gefordert

Genau diese sind allerdings knapp. Zwar hat sich die Zahl der Schnellladestationen im Stadtgebiet seit dem Vorjahr verdoppelt, aktuell stehen rund 170 Standorte mit insgesamt 550 Ladepunkten zur Verfügung. Doch das reicht nicht aus. Wer im Taxi-Geschäft arbeitet, kann sich keine langen Wartezeiten leisten. Jede Minute an einer überlasteten Säule kostet Umsatz.

Die Branche fordert deshalb mehr Tempo beim Ausbau - und ein neues System. Ladepunkte sollen künftig reservierbar sein, damit die Energieversorgung besser planbar wird. Derzeit fehlt eine solche Lösung in ganz Österreich. Und solange sie fehlt, steht der grüne Wandel im Stop-and-go.