Verkehrslawine

VCÖ: Auf Wiens Autobahnen und Schnellstraßen geht Lkw-Verkehr zurück

14.01.2026

Auf Wiens Autobahnen und Schnellstraßen waren im Vorjahr weniger Lkw unterwegs als im Jahr 2024, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Die Lkw-Belastung ist jedoch nach wie vor hoch.  

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© APA/HANS KLAUS TECHT
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So fuhren auf der A23 Südost-Tangente auf der Höhe der Donauinsel im Schnitt rund 11.300 Lkw pro Tag. Auf der Südosttangente sind rund sechs Prozent der Fahrzeuge Lkw. Ein 26-Tonnen-Lkw mit drei Achsen belastet die Straßen so stark wie 26.000 Pkw, ein 40-Tonner mit fünf Achsen so stark wie 32.000 Pkw, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam.

Im Vergleich zum Jahr 2024 nahm der Lkw-Verkehr auf Wiens Autobahnen und Schnellstraßen bei 15 von 18 Zählstellen ab, bei drei Zählstellen gab es eine Zunahme von unter zwei Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Wiens Autobahn mit der höchsten Anzahl an Lkw ist die A23.

Trotzdem: viel Verkehr

Trotz des Rückgangs im Vorjahr gibt es nach wie vor viel Lkw-Verkehr. So überquerten auf der A23 allein in den ersten elf Monaten 3,68 Millionen Lkw die Praterbrücke, das sind um 270.000 mehr als im Vergleichszeitraum des Jahres 2015, informiert der VCÖ. Auf der S1 Laxenburger Straße fuhren mit 3,62 Millionen Lkw um 180.000 Lkw mehr als vor zehn Jahren. Und auf der S2 nahm der Lkw-Verkehr in diesem Zeitraum bei der Zählstelle Hermann-Gebauer-Straße sogar um 390.000 auf fast 1,8 Millionen Lkw zu.

Viel Lkw-Verkehr verursacht Straßenschäden

Ein 26-Tonnen-Lkw mit drei Achsen belastet die Straßen so stark wie rund 26.000 Pkw, ein 40-Tonner mit fünf Achsen sogar so stark wie 32.000 Pkw. "Mehr Straßenschäden bedeuten mehr Baustellen, höhere Kosten und mehr Staus. Wenn es gelingt, die Effizienz im Lkw-Verkehr zu erhöhen und dort, wo es möglich ist, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern, dann entlastet das die Straßen und reduziert Unfälle und Staus", stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest.

Um mehr Güter auf die Schiene zu bringen, sind österreichweit mehr betriebliche Gleisanschlüsse eine wirksame Maßnahme. Auf EU-Ebene sollte eine Mindestmaut, in der auch externe Kosten inkludiert sind, umgesetzt werden, um den Lkw-Transit zu reduzieren. Großen Einfluss auf den Lkw-Verkehr hat auch das Konsumverhalten. Regionale Produkte sowie langlebige Produkte statt Wegwerfware reduzieren den Lkw-Verkehr, ebenso die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Die Haushalte in Österreich verursachen rund 630.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Beladung von 18 Tonnen pro Lkw ergibt das eine rund 500 Kilometer lange Lkw-Kolonne, die von Wien nach Innsbruck reicht.
  

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