Nepotismus-Vorwurf

"Vetternwirtschaft und dann Verstecken": WO ist Walter Ruck?

21.01.2026

Fragwürdige Personalbesetzungen im Nahumfeld von Walter Ruck erschüttern das Vertrauen der Unternehmer. Der Vorwurf der Vetternwirtschaft steht im Raum. Außerdem verwundert, dass sich Walter Ruck noch nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert hat. Erste Rücktrittsforderungen werden laut.

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© APA/EVA MANHART
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Dass ausgerechnet der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, im Zentrum eines Posten- und Vetternwirtschaftsskandals steht, sei laut Aussendung der Freiheitlichen Wirtschaft "Ausdruck eines über Jahre gewachsenen Systems, das von parteipolitischen Netzwerken und Machtlogiken geprägt ist". Der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck, sieht sich aktuell mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert - die er scheinbar auszusitzen zu können glaubt, ist der doch schon seit einigen Tagen "verschollen", nicht mehr öffentlich aufgetreten. Konkret soll Ruck Familienmitglieder in wichtige Positionen in Sozialversicherungsanstalten gehievt haben.

"Alle versorgt"

Sein Sohn Christoph Ruck etwa wurde in den Landesstellenausschuss der AUVA entsandt. Sein anderer Sohn, Alexander Ruck, ist Vorsitzender im Landesstellenausschuss der PVA. Rucks Lebensgefährtin ist Vorsitzende im Landesstellenausschuss der Sozialversicherung der Selbstständigen. Die Vorsitzfunktionen sind mit rund 1.930 Euro im Monat vergütet, alle anderen Ausschussmitglieder erhalten ein Sitzungsgeld und Fahrtkosten. 

WKO-Präsidentin Martha Schultz erklärte jetzt, man werde die Ernennungs- und Besetzungsabläufe "genau prüfen".

Ruck scheint abgetaucht zu sein

Der Wiener WKO-Präsident Walter Ruck hat die schweren Vorwürfe von "Family 'Business“ bisher nicht kommentiert. Tatsächlich scheint er abgetaucht zu sein. Ruck ist nicht nur Präsident der Wirtschaftskammer Wien, sondern auch Obmann des Wiener Wirtschaftsbunds.  

Rücktritt gefordert

Vonseiten der FW heißt es weiter: "Wenn familiäre Nähe, persönliche Loyalitäten oder parteipolitische Zugehörigkeit offenbar schwerer wiegen als Qualifikation, Leistung und Verantwortung, ist eine klare Grenze überschritten. Eine Interessenvertretung, die von hunderttausenden Unternehmern finanziert wird, hat höchsten Ansprüchen an Transparenz und Integrität zu genügen. Die Freiheitliche Wirtschaft schließt sich daher der Forderung nach dem Rücktritt von Walter Ruck an.

Für FW-Generalsekretär Reinhard Langthaler zeigt der aktuelle Fall erneut, wie überfällig eine grundlegende Reform der Wirtschaftskammer ist. Denn Unternehmer haben genug von Privilegien, Postenschacher und Machtspielen auf ihre Kosten. Sie finanzieren dieses aufgeblähte System zwangsweise und haben daher ein Recht auf Sauberkeit, Fairness und eine echte Interessenvertretung statt Kammerpolitik im Selbstbedienungsladen. 

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