Hiobsbotschaft
Warum das Neuwaldegger Bad auch heuer trocken bleibt
15.04.2026Bittere Pille für Hernalser Wasserratten, denn das Neuwaldegger Bad sperrt auch heuer nicht auf und die Tore bleiben voraussichtlich bis 2027 fest verriegelt.
Die Vorfreude auf die heurige Badesaison steigt von Tag zu Tag an. Doch für die treuen Fans des Neuwaldegger Bads gibt es jetzt eine ordentliche Portion Ernüchterung zum Start ins Frühjahr. Wie schon im vergangenen Jahr bleiben die Becken in der traditionsreichen Anlage leer und die Tore für die Öffentlichkeit fest verschlossen. Das Kult-Bad im 17. Bezirk schlägt damit ein weiteres trauriges Kapitel in seiner über 100-jährigen Geschichte auf und lässt die Stammgäste auf dem Trockenen sitzen.
Warten auf den großen Neustart
Nachdem das private Bad im Vorjahr völlig überraschend nicht geöffnet und damit eine lange Ära des durchgehenden Betriebs beendete hat, herrschte große Aufregung unter den Wiener Wasserratten. Die langjährige Betreiberin Gabriela Dolezel zog sich aus persönlichen Gründen zurück und ließ die Zukunft der Anlage über Monate hinweg völlig offen. Wie der "Kurier" berichtet, hält sich die Hausherrin auch zum jetzigen Zeitpunkt mit konkreten Details noch sehr zurück und verweist lediglich auf den derzeit offiziell ruhenden Betrieb. Trotz der verschlossenen Türen gibt es aber hinter den Kulissen erste handfeste Anzeichen für eine mögliche Rettung des traditionsreichen Standorts.
Verhandlungen mit neuen Pächtern
Etwas mehr Licht ins Dunkel bringt aktuell die Gutsverwaltung vom Stift St. Peter, der das weitläufige Grundstück gehört. Laut Verwalter Marcus Korn starten bereits in der nächsten Woche die ersten direkten Gespräche mit potenziellen Nachfolgern für das Areal. Drei ernsthafte Interessenten haben sich mittlerweile herauskristallisiert und möchten das Bad in eine neue Ära führen. Dabei geht es in den Verhandlungen vor allem um die Einigung auf eine faire Ablösesumme mit der bisherigen Pächterfamilie. Da das gesamte Projekt für die Betreiber extrem emotional behaftet ist, braucht dieser schwierige Abschied wohl einfach seine Zeit.
Der weite Weg zum Sprung ins kühle Nass
Selbst wenn die neuen Verträge schon bald unterschrieben werden sollten, ist ein Badebetrieb in diesem Sommer definitiv ausgeschlossen. Die riesige Anlage mit ihrem alten Baumbestand und der technischen Substanz aus den achtziger Jahren muss erst einmal gründlich auf Vordermann gebracht werden. Von der modernen Wasserhygiene über die Gastronomie bis hin zur Sauna warten zahlreiche Baustellen auf die neuen Verantwortlichen. Da auch sämtliche behördliche Abnahmen und Genehmigungen viel Zeit beanspruchen, wird ein Sprung ins kühle Nass realistischerweise erst im Mai 2027 wieder möglich sein.