Budgetkosmetik

Wie durch Zauberhand soll sich Wiener Budgetdefizit um 1 Mrd. Euro verringern

25.01.2026

Auf 3,8 Mrd. Euro war das Budgetdefizit der Stadt Wien für das Jahr 2025 angesetzt gewesen. In einer neuen Prognose spricht das Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) „nur“ noch von 2,8 Milliarden Defizit. FPÖ und ÖVP zweifeln diese Zahl an und warnen dennoch vor einer Rekordverschuldung. 

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Die neue Zahl beruht auf dem vierteljährlichen Quartalsbericht an den Gemeinderatsausschuss für Finanzen. Endgültig feststehen soll die Höhe des Defizits mit dem Rechnungsabschluss, der im Juni vorliegen soll. Das Defizit war zuletzt immer wieder geschrumpft, trotzdem kam die Stadt nicht an die im Voranschlag ausgewiesenen Zahlen herangekommen. Im Doppelbudget 2024/25 war man noch von einem Minus von 2,2 Mrd. Euro für 2025 ausgegangen. Jetzt soll es also "nur" noch 2,8 Mrd. Euro betragen.

Wie im Rathaus betont wird, soll sich die Neueinschätzung auch auf den prognostizierten Schuldenstand der Stadt auswirken. Dieser dürfte nun Ende 2025 nicht 14,9 Mrd. Euro, sondern voraussichtlich 14,4 Milliarden betragen. Das würde bedeuten, dass sich die Zinsbelastung um bis zu 50 Millionen Euro verringern könnte. Bei der Verschuldung pro Kopf bzw. in Prozent der Wirtschaftsleistung liege man damit im Mittelfeld aller Bundesländer. 

FPÖ und ÖVP warnen vor Rekordverschuldung

Die mögliche Reduktion des Budgetdefizits bezeichnete die FPÖ in ihrer ersten Reaktion als Taschenspielertrick. "Wenn SPÖ-Bürgermeister Ludwig ein Budgetdefizit von 2,8 Milliarden Euro allein im Jahr 2025 auch noch als Erfolg verkauft, dann ist das finanzpolitischer Wahnsinn“, so Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. Tatsächlich werde sich der Schuldenstand bis 2030 auf rund 28 Mrd. nahezu verdoppeln. Ein Budgetloch, das durch unsoziale neue Abgaben, Gebührung und Belastungen für die Bevölkerung gestopft werde. "Das Belastungspaket der Ludwig-SPÖ ist unsozial, verantwortungslos und nichts anderes als eine reine Geldeintreiberei zur Finanzierung einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Willkommenspolitik“, stellte Nepp klar. 

Die Nachricht könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stadt unter SPÖ und NEOS auf einen Rekordschuldenstand zusteuere, so ÖVP-Wien-Obmann, Markus Figl. Für 2026 wurde eine Rekordverschuldung prognostiziert, bis 2030 würden sich die Schulden auf rund 30 Mrd. steigern. Anstatt die Wiener mit Teuerung zu belasten, müssten echte Einsparungspotenziale wie Magistrat, Mindestsicherung und Förderdschungel genützt werden. Es brauche endlich einen ehrlichen Konsolidierungspfad von SPÖ und NEOS. 

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