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Wiener Festwochen: Wirbel um Auftritt von "Wunderheiler" Braco

22.05.2026

Riesen-Wirbel vor der Eröffnung der Wiener Festwochen am Heldenplatz. Weil ein Wunderheiler und vermeintliche Satanisten auf der Bühne stehen, fordert die FPÖ jetzt einen sofortigen Förderstopp für das millionenschwere Kulturfestival. 

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© Braco-Team
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Der Auftritt des kroatischen Esoterik-Stars bei den Wiener Festwochen sorgt für heftige Diskussionen. Josip Grbavac, bekannt als Braco, ist am Freitag Teil der großen Eröffnungsshow am Heldenplatz. Seine Methode basiert auf unsichtbarer spiritueller Energie, die niemand messen kann. Bei seinen Auftritten steht er bocksteif wie ein Säulenheiliger auf der Bühne und blickt wortlos in die Menge. In Ankündigungen wird er oft als berühmtester Heiler der Welt und Botschafter des Friedens angepriesen, der Tore zu neuen Dimensionen öffnet. Anhänger nehmen bei Auftritten oft ein Kribbeln oder eine jesusgleiche Aura wahr. Im Netz wird von tiefer Hoffnung, Liebe und Erleichterung berichtet. Für Jugendliche und Schwangere gibt es wegen der angeblich zu starken Wirkung sogar Warnhinweise.

Kulturpolitik hält sich komplett heraus

Die Teilnahme an der Eröffnung des Festivals, das heuer unter dem Motto "Republic of Gods" läuft, stößt auf Unverständnis. Sektenexperten warnen vor Manipulation und bezeichnen Bracos weltweite Touren als hochprofitables Geschäftsmodell. Bei den Festwochen fließt laut einem Bericht von mein von MeinBezirk zwar keine Gage, die Veranstalter verteidigen die Einladung aber trotzdem. Man wolle sich mit der aktuellen Sinnsuche befassen. Die Politik greift ebenfalls nicht ein. "Die Stadträtin setzt kulturpolitische Schwerpunkte und gibt kulturpolitische Rahmenbedingungen vor. Die fördernehmenden Künstlerinnen und Künstler und Institutionen entscheiden über ihre Inhalte und Programme unabhängig“, hieß es aus dem Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler gegenüber MeinBezirk.

FPÖ fordert Förderstopp

Heftige Kritik kommt von den Freiheitlichen, die sich an den Subventionen von rund 15 Millionen Euro stoßen. "Während die Stadt Wien bei Familien, Pensionisten und der heimischen Bevölkerung immer weiter kürzt, werden gleichzeitig Millionenbeträge für linke Agitation, Esoterik-Shows und bizarre Satanisten-Performances hinausgeworfen", wettert Kultursprecher Lukas Brucker.

Auch die Teilnahme der Gruppe "Witch Club Satan" zeige laut FPÖ den ideologischen Kurs der Festwochen. "Die Wiener Festwochen sind längst keine Kulturveranstaltung mehr, sondern ein linksradikales Experimentierfeld für Provokation, politische Agitation und gesellschaftliche Umerziehung", so Brucker weiter. Dieses Geld gehöre den Wienern zurückgegeben, anstatt linke Kultur-Experimente zu alimentieren.