In Italien

Wiener Mafia-Mord: Killer nach 7 Jahren gefasst

12.05.2026

Fast sieben Jahre nach einem Mafia-Mord am Lugeck in der Wiener Innenstadt ist ein Mann in Italien von österreichischen Zielfahndern ausgeforscht und von einer Spezialeinheit festgenommen worden, berichtete das Bundeskriminalamt am Dienstag.  

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Am 21. Dezember 2018 soll der 33-Jährige mit Mittätern einen 31-Jährigen an der Ecke Lugeck/Wollzeile erschossen haben, ein 23-Jähriger wurde schwer verletzt. Die Tat war Teil einer blutigen Fehde zwischen kriminellen Drogen-Clans.

Bei der Schießerei war der 32-jährige montenegrinische Staatsbürger Vladimir R. nach dem Verlassen eines Lokals am Lugeck regelrecht hingerichtet worden. Hintergrund der blutigen Fehde soll ein Streit um Drogengeschäfte gewesen sein. Am 11. Mai 2026 wurde der 33-jährige montenegrinische Staatsbürger Mili B. in Rimini an der italienischen Adriaküste von italienischen Sicherheitsbehörden festgenommen. Die Festnahme erfolgte aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft Wien erwirkten Europäischen Haftbefehls sowie einer internationalen Festnahmeanordnung wegen des Verdachts des Verbrechens des Mordes sowie versuchten Mordes, informierte das Bundeskriminalamt.

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"Die Festnahme des Tatverdächtigen ist ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Besonders die enge Zusammenarbeit zwischen der Ermittlungsgruppe 'AG ACHILLES', der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes und unseren internationalen Partnerdienststellen war für diesen Fahndungserfolg entscheidend", betonte Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes, in einer Aussendung.

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Mehrere Schüsse in der Wiener Innenstadt

Der dem sogenannten "Skaljari-Clan" zugerechnete Mili B. steht im Verdacht, am 21. Dezember 2018 gemeinsam mit weiteren Mittätern den damals 32-jährigen montenegrinischen Staatsangehörigen Vladimir R. durch mehrere Schüsse auf offener Straße getötet zu haben. Der 23-jährige Begleiter wurde durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt. Dieser soll ein Sohn des einstigen Bosses der montenegrinischen Mafia in der Vojvodina-Hauptstadt Novi Sad sein. Sein Vater und ein älterer Bruder sind bei Mordanschlägen 1999 in Novi Sad bzw. 2015 in Belgrad ums Leben gekommen.

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Das in Wien getötete Opfer wird dem sogenannten "Kavac-Clan" zugerechnet. Die Tat wird den seit Jahren andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den montenegrinischen Clanstrukturen "Kavac" und "Skaljari" zugeordnet. Die eine Bande soll der anderen Ende 2014 rund 200 Kilo Kokain gestohlen haben, das in einer Wohnung im spanischen Valencia gebunkert war. Blutige Abrechnungen, zuerst in Valencia, danach in Montenegro und in Serbien waren die Folge. Dutzende Personen sind seither eines gewaltsamen Todes gestorben.