Kosten-Studie
Tabelle zeigt: DAS kostet ein Wahlarzt-Ersttermin
10.02.2026Eine neue Wahlarzt-Kosten-Studie von "krankenversichern.at" zeigt u.a., dass sich 150 Euro als Preis-Untergrenze bei Wahl-Fachärzten etabliert hat. Spitzenreiter sind MRT-Termine, die im Durchschnitt 268 Euro kosten.
Wien. Oft ist für Patienten der Gang zum Wahlarzt die einzige Möglichkeit um aus der Wartezeit-Falle zu kommen. Das wird aber immer teurer, denn wie eine Markterhebung von "krankenversichern.at" (Analyse von 1.590 Datensätzen) zeigt, liegt der österreichweite Durchschnittspreis für eine Erstordination mittlerweile bei 187 Euro.
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Spitzenreiter bei den Kosten ist die Radiologie. Ein einziger MRT-Termin schlägt im österreichweiten Schnitt mit 268 Euro zu Buche. Aber auch beratungsintensive Fächer wie die Urologie mit 237 Euro oder die Kardiologie mit 211 Euro liegen deutlich über der 200-Euro-Schwelle. Sogar bei Standard-Fächern wie der Gynäkologie sind Preise von rund 202 Euro mittlerweile die Regel und haben sich weit von den Rückerstattungssätzen der Kassen entfernt.
Hinter diesen Summen stecken laut der Studie vor allem zwei Faktoren: Zeit und Technik. Während Kassenärzte oft unter Zeitdruck stehen würden, nehmen sich Wahlärzte meist 30 bis 60 Minuten pro Patient Zeit.
Die Spitzenwerte in der Radiologie (Ø 268 €) würden laut "krankenversichern.at" aus den enormen Investitions- und Betriebskosten für MRT- und CT-Geräte resultieren, die im niedergelassenen Bereich ohne Kassenvertrag rein privatwirtschaftlich refinanziert werden müssten.
Preisuntergrenze von 150 Euro
"Der Wahlarzt Kosten-Report liefert das fehlende Puzzlestück zur Wartezeiten-Debatte. Die ökonomische Realität zeigt: Der schnellere Zugang zur Medizin ist untrennbar mit einer finanziellen Hürde verknüpft. Wer die langen Wartezeiten der Kasse umgehen möchte, sieht sich nun mit einer faktischen Preisuntergrenze von 150 Euro konfrontiert", resümiert Sebastian Arthofer, COO von "krankenversichern.at".
Mit Tarifen ab ca. 70 Euro (Anm. für 30-Jährige) sei der Schutz oft günstiger als die Summe der Einzelhonorare, die Patienten sonst selbst tragen müssten, sagt Arthofer.
(Die Analyse basiert laut "krankenversichern.at" auf 1.590 standardisierten Preisanfragen (Mystery Calls) bei Wahlärzten in ganz Österreich (Erhebungszeitraum: 25.11.2025 – 03.02.2026). Die Erhebung umfasst 14 Fachrichtungen, gewichtet nach der Bevölkerungsverteilung der Bundesländer. Ausgewiesen werden die arithmetischen Mittelwerte (Durchschnitt). Die statistische Validität wird durch ein 95%-Konfidenzintervall von ± 2,85 € abgesichert.)