Buwog-Skandal

8 Mio. Strafe für Grasser-Freund

25.09.2009

Meischberger nach der Selbstanzeige 7,8 Millionen Steuerstrafe zahlen.

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© APA/Roland Schlager
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Die ÖSTERREICH-Berichte über die fast 8 Millionen Provisionszahlung der Immofinanz an Grasser-Freund Walter Meischberger im Zuge der Buwog-Privatisierung ziehen immer weitere Kreise. Am freitag forderten SPÖ, FPÖ und Grüne einen parlamentarischen Untersuchungs-Ausschuss, der klären soll, ob Meischberger die im Zuge der Buwog-Privatisierung erhaltenen 8 Millionen Euro „weitergegeben“ hat - und an wen.

6 Millionen "verteilt"
Ein prominenter Insider hatte in ÖSTERREICH behauptet: „Von den 7,8 Millionen hat Meischberger selbst nur 1,8 Millionen behalten - die restlichen 6 Millionen wurden verteilt.“ An wen - das will der Insider erst vor einem Staatsanwalt oder vor einem U-Auschuss sagen.

Meischberger betont im ÖSTERREICH-Interview: „Ich habe das gesamte Geld persönlich erhalten und keinen Cent weitergegeben.“ Diese Aussage wird den Tiroler teuer kommen.

Höchste Steuerstrafe seit vielen Jahren droht ...
Laut einer zweiseitigen Selbstanzeige, die Meischberger letzte Woche beim Finanzamt „Wien 19“ erstattet hat, habe er über die zypriotische Firma „Atropolis“ seines Freundes Peter Hochegger insgesamt 7,8 Millionen Euro für den Verkauf der Buwog-Wohnungen an die Immofinanz erhalten.

Steuer fällig
Dafür ist zunächst einmal - binnen eines Monats - die Einkommenssteuer in Höhe von 3,9 Millionen Euro fällig.

Dazu kommt vermutlich eine hinterzogene Umsatzsteuer von 1,56 Millionen, wenn es sich um eine Beratungstätigkeit gehandelt hat und das Finanzamt - was als sicher gilt - keine steuerfreie „Vermittlung“ erkennt. Macht insgesamt 5,46 Millionen Steuernachzahlung an die Republik.

8 Millionen
Dazu kommt wohl eine Steuerstrafe von 30 Prozent der Gesamtsumme - macht weitere 2,6 Millionen. Insgesamt muss Meischi wohl 8,06 Millionen Steuer und Strafe an die Republik zahlen - ein Rekordbetrag. Meischis Partner Peter Hochegger zog sich heute aus seiner PR-Agentur „Hochegger-Com“ zurück.

ÖSTERREICH: Stimmt es, dass Sie von den 7,8 Millionen volle 6 Millionen weitergegeben haben?
MEISCHBERGER: In meiner jetzigen Situation wäre ich froh, wenn’s so wäre. Aber ich bleibe dabei - ich habe alle 7,8 Millionen persönlich behalten.

ÖSTERREICH: Wie kommt man zu so viel Geld?
MEISCHBERGER: Peter Hochegger und ich haben zahlreiche Lobbying-Geschichten gemeinsam gemacht - und international üblich ist, dass man im Erfolgsfall 1 Prozent der Kaufsumme erhält. So war’s, wir haben nur auf Erfolg gearbeitet.

ÖSTERREICH: Wer ist auf die Idee für diese Sache gekommen?
MEISCHBERGER: Hochegger hat die Beratung angeboten und das Honorar verhandelt - ich war im Hintergrund, habe meine Connections genutzt und strategisch beraten

ÖSTERREICH: Haben Sie auch Ihre allerbesten Connections zu Karl-Heinz Grasser genutzt?
MEISCHBERGER: Niemals, der Karl Heinz war da überkorrekt, der hätte mich durch Sonne und Mond geschossen, wenn er das gewusst hätte. Mir tut es deshalb auch extrem weh, dass ich den Karl-Heinz jetzt mit dieser Geschichte so in die Bredouille bringe. Ich hoffe unsere Freundschaft überlebt das Ganze.

ÖSTERREICH: Wo ist das Geld jetzt, wo so viel Strafe droht?
MEISCHBERGER: 40 % hab ich in der Finanzkrise verloren, der Rest ist noch da. Ich könnte mir in den Arsch beißen...

Mittlerweile sagt ein Investment-Banker zu ÖSTERREICH: „Hochegger hat mir bei mehreren Privatisierungen der Ära Grasser seine Dienste als Berater angeboten. Ich bin mir sicher, er hat nicht einmal sondern mehrfach als Berater für Käufer agiert ...“

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