Deutschland

Ende des Hamburger Freihafens gefordert

13.11.2006

Der Hamburger Freihafen, über Jahrhunderte ein Garant für Handelsprivilegien der Hansestadt, soll abgeschafft werden.

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© (c) AFP
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Die Hafenunternehmen fordern von der Politik, die Freihandelszone abzuschaffen und das Hamburger Stadtgebiet zu einem einheitlichen Zollbezirk zu erklären. Im Hamburger Freihafen müssen die Güter und Waren nicht verzollt werden, er gilt aber nicht mehr als Ausland. Der Zoll kontrolliert erst an den Grenzen des Hafengebiets. Durch die Integration innerhalb der EU und den Fall der Zollgrenzen hat der Status schon in der Vergangenheit an Bedeutung verloren. Durch weitere geplante zollrechtliche Änderungen würden die verbliebenen Freihafen-Privilegien entwertet und der Status werde eher hinderlich. Hamburg ist nach Rotterdam der zweitgrößte Container-Hafen in Europa.

Freizone beeinflusst Verkehrsfluss
"Es muss schnellstmöglich eine Entscheidung für die Auflösung der Freizone getroffen werden, um die zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen im Verkehrsfluss und bei der Zollabwicklung nicht noch weiter zu verschärfen", heißt es im Jahresbericht des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH), der am Montag veröffentlicht wurde. Die Zollstellen, die zudem nur zum Teil rund um die Uhr geöffnet seien, bildeten einen Engpass im Verkehrsfluss. Um die Funktionsfähigkeit des Hafens sicherzustellen, sei die Zollabfertigung auf den Terminals rund um die Uhr zwingend.

Das Wachstum des Hamburger Hafens hat sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres fortgesetzt. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres erhöhte sich der Umschlag um 8,5 Prozent auf mehr als 100 Mio. Tonnen. Für das Gesamtjahr erwartet der UVHH erstmals mehr als 130 Mio. Tonnen Güterumschlag im Hamburger Hafen, nach 125,7 Mio. Tonnen im Vorjahr. Der Containerumschlag stieg in den ersten neun Monaten um 9,1 Prozent auf 6,5 Mio. Standardcontainer (TEU), was auf ein Gesamtergebnis am Ende des Jahres von 8,8 bis 9,0 Mio. TEU schließen lasse (Vorjahr: 8,1 Mio TEU). Wichtigster Handelspartner des Hafens bleibt mit weitem Abstand China.

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