Kroatien-Geschäfte

Hypo Steiermark hat 178 Mio. Euro verloren

21.12.2007

Ein Gerichtsgutachten bestätigt: Die Hypo Steiermark hat einen 178 Millionen Euro-Schaden durch Leasinggeschäfte in Kroatien erlitten.

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Der Inhalt des Gutachtens wurde im Ö1-"Morgenjournal" exklusiv bekannt und enthüllte, dass der Schaden fünf Mal so hoch ist, wie von der Bank vor einem Jahr angegeben. Die Bank sprach damals noch von 34 Millionen Euro Verlust. Die Bank hat allerdings selbst Anzeige gegen zwei Ex-Mitarbeiter erstattet. Zusätzlich gab es danach einen Wechsel im Vorstand und im Aufsichtsrat.

"Luftgeschäfte" um 178 Mio. Euro
Von der Hypo Steiermark finanzierte Kräne, Lkw, Baumaschinen und Zimmer in Kroatien haben vermutliche niemals existiert. Manche Firmen wurden nach wenigen Ratenzahlungen aufgelöst und waren unerreichbar. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft spricht von "Luftgeschäften". Ein Gesamtschaden von 17 Millionen Euro von insgesamt 96 Geschäftsfälle im Zeitraum 1999 bis 2005 wurden in dem 680-seitigen Gutachten des Sachverständigen Fritz Kleiner untersucht. Insgesamt aber werden erfolgte und nötige Wertberichtigungen in einem Gesamtschadensausmaß von 178 Millionen Euro aufgezählt.

"Gravierendes Versäumnis vom Vorstand"
Möglicherweise wurde die Hypo gar ein Opfer organisierter Kriminalität. Laut Gerichtsgutachten hätten "zahlreiche Lieferanten und Vermittler den Vertretern der Hypo viel Früher als bedenklich auffallen müssen." Insgesamt sind sieben kroatische Vermittler beteiligt gewesen darunter eine Anwältin und Geschäftsmänner. Der frühere Hypo-Leasing-Geschäftsführer soll außerdem mit ein paar der Vermittler befreundet gewesen sein. Doch auch die Vorstände und Ex-Direktoren kommen in dem Gutachten nicht gut weg. Das Ö1-Morgenjournal zitiert den Gutachter: "Ich orte doch ein äußerst gravierendes Versäumnis von Vorstand und Aufsichtsrat."

Laut Generaldirektor "Kapitel abgeschlossen"
Die Konsequenzen: Der Leasing-Geschäftsführer und sein Prokurist wurden angezeigt, die Hypo-Vorstandsdirektoren wurden Anfang 2007 ausgetauscht. Der frühere Raiffeisengeneraldirektor und Hypo-Aufsichtsratspräsident Georg Doppelhofer ist auch nicht mehr im Amt. Der neue Hypo-Generaldirektor Martin Gölles sagt, das Kapitel sei abgeschlossen, die Bank habe den Schaden verkraftet.

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