Luftfahrt-Giganten

Top-Airlines pokern um die AUA

30.08.2008

Die wichtigsten europäischen Airlines kämpfen um die AUA, der Aktienkurs steigt - die laufende Kapitalerhöhung könnte doch noch Geld bringen.

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Mit British Airways (BA) steigt wie berichtet nach Lufthansa und Air France-KLM auch der dritte europäische Luftfahrt-Gigant ins Rennen um die AUA ein. Für British Airways wäre die AUA ein Türöffner in Richtung Ost- und Südosteuropa. Massives Interesse an einem AUA-Einstieg haben zudem die russische Gesellschaft S7 - sie hieß früher Sibir - sowie die Air China.

Insgesamt zwölf Interessenten sind bei der Investmentbank Merrill Lynch vorstellig geworden. Das Institut wickelt den Verkauf der von der Staatsholding ÖIAG gehaltenen AUA-Anteile (42,75 Prozent) ab.

Bis 12. September haben die Interessenten Zeit, konkrete Konzepte vorzulegen. Am 25. September müssen verbindlichen Angebote am Tisch liegen.

AUA ist 500 Millionen wert
ÖIAG-Boss Peter Michaelis kann sich bereits jetzt die Hände reiben. Denn das rege Interesse an der österreichischen Fluglinie – die vor allem wegen ihres ausgezeichneten Ost-Netzwerks geschätzt wird – dürfte den Kaufpreis kräftig in die Höhe treiben. Das unerwartet harte Match um die AUA hat daher auch der zuletzt fluglahmen AUA-Aktie Flügel verliehen. Der Wert des Papiers hat sich im vergangenen Monat beinahe verdreifacht (siehe Chart). Am Freitag schloss das Papier bei 5,99 Euro, das bedeutet ein Plus von rund 20 Prozent alleine in der vergangenen Woche. Die AUA ist jetzt bereits rund 500 Millionen Euro wert.

Der Kurs-Höhenflug könnte für die AUA jetzt einen angenehmen Neben­effekt haben. Im Rahmen der derzeit laufenden Kapitalerhöhung – die eigentlich nur aus formalen Gründen gestartet wurde, um rechtliche Ansprüche gegen den abgesprungen Investor Scheich Al Jaber zu wahren, könnte doch Geld an die AUA fließen. Denn AUA-Altaktionäre erhalten beim Kauf von bis zu 1.000 Aktien einen Preisabschlag und können um 4,89 Euro je Aktie zeichnen.

Das Risiko dabei: Wer einmal gezeichnet hat, bekommt die Aktien zu diesem Preis, offen ist aber, wie sich der Kurs bis zum Stichtag, an dem man die Aktie erhält, entwickelt – er könnte ja auch wieder fallen.

Das heißt: Es besteht die Gefahr, dass man im Rahmen der Kapitalerhöhung mehr für eine AUA-Aktie zahlt, als diese nach Abschluss derselben an der Börse kostet.(f.w./wozz)

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