Test: Opel Astra
Der Hoffnungsträger Opel Astra im Test
Mit dem neuen Astra bringt Opel endlich wieder einen Kompakten auf Konkurrenzniveau. Richtig absetzen kann er sich jedoch nicht.
Nach wie vor kämpft das deutsche Traditionsunternehmen Opel mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach dem gescheiterten Magna-Deal und dem Verbleib bei der amerikanischen Mutter GM hat sich die Lage nicht merklich verbessert. Der neue Astra soll nun die Erfolgsgeschichte des Insignia fortsetzen, und dem Unternehmen dadurch aus der Krise helfen.
Der Hoffnungsträger Opel Astra im Test
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Beim Fahren (wir testeten den neuen 1,4 Liter Benziner mit Turboaufladung und 140 PS) merkt man den Fortschritt zum Vorgänger bei jedem gefahrenen Meter. Hier kann vor allem das (optionale) FlexRide-Fahrwerk mit elektronischen Dämpfern überzeugen. Im Komfortmodus bügelt es beinahe jede Straßenunebenheit weg, und im Sporttrimm wird der Astra fast zum Kurvenräuber. Er untersteuert sehr spät, kann sein (leider sehr) hohes Gewicht aber nicht ganz kaschieren. Richtig leichtfüßig wirkt er nicht, muss er aber auch nicht. Der Motor dreht willig hoch und liefert ordentliche Fahrleistungen (9,9 Sekunden auf Tempo 100 und 202 km/h Spitze), hat aber ebenfalls mit dem hohen Gewicht zu kämpfen. Hier liegt der Golf mit seinem 1,4 TSI und 122 PS eindeutig vorne. Auf den Verbrauch wirkt sich das Mehrgewicht jedoch nicht negativ aus, hier liegt er auf gutem Konkurrenzniveau. Er erreicht zwar die optimistische Werksangabe von 5,8 Liter nicht, die knapp 7 Liter Testverbrauch gehen jedoch in Ordnung. Als Edition verfügt der Kompakte serienmäßig über eine Berganfahrhilfe, die vor allem im Winter nützlich sein kann.
Im Innenraum kann der Astra mit seinen Materialien und der peniblen Verarbeitung überzeugen, hier erreicht er beinahe schon gehobenes Mittelklasseformat. Bei der Bedienung sorgen die zahlreichen Knöpfe (auch am Lenkrad) mitunter für Verwirrung. Beim Preis rangiert er auf Augenhöhe mit seinen Hauptkonkurrenten, hat jedoch bei der Komfortausstattung (Radio, Klima, E-Fenster, Mittelarmlehen vorne, etc.) die Nase leicht vorn. Dass auch die Sicherheitsausstattung voll auf Höhe der Zeit liegt, braucht man eigentlich nicht extra zu erwähnen.
Fazit
Abschließend kann man festhalten, dass der Astra im Vergleich zum Vorgänger enorm zugelegt hat. Beim Raumangebot und beim (getesteten) Antrieb muss man jedoch leichte Abstriche machen. Und auch das hohe Eigengewicht von über 1,4 Tonnen kann nicht überzeugen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Dennoch kann Opel mit dem neuen Astra endlich auch in der Kompaktklasse mit seinen Konkurrenten mithalten. Wenn sich nun noch die wirtschaftliche Situation verbessert, steht einer erfolgreichen Opel-Zukunft nichts mehr im Weg. Außerdem haben die Opelaner mit dem neuen Meriva schon das nächste heiße Eisen in den Startlöchern.
1,4 l Vierzylinder mit 140 PS und 200 Nm Drehmoment
Abmessungen: L/B/H: 4,42/1,81/1,51 m, Kofferraum: 370 - 1.235 Liter
Leergewicht: ab 1.408 kg
Fahrleistungen: 9,9 Sekunden auf 100 km/h und 202 km/h Spitze
Verbrauch: Werk 5,8 Liter, Test 6,9 Liter
Preis: ab 21.300 Euro (obligate Edition-Ausstattung)
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