Minister appelliert an Eltern
Faßmann: "Nur wer muss soll in die Schule"
Wien. Bildungsminister Faßmann reagiert auf Berichte, wonach in einzelnen Volksschulen trotz Lockdown 80 % der Schüler sitzen.
ÖSTERREICH: Wird das mit dem Aufsperren klappen am 8. bzw. am 15. Februar?
FASSMANN: Das hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen und der Virus-Mutation ab. Wir haben die Schulen jedenfalls vorbereitet. Als erstes Land in Europa bringen wir die unkomplizierten, niederschwelligen Selbsttests zum Einsatz. Ich freue mich sehr, dass diese so überzeugen, dass das Parlament nun auch die Anwendung in anderen Bereichen beschlossen hat. Zusätzlich zu den Tests wird in den Schulen weiter Maske getragen, außerdem unterrichten wir vorerst im Schichtbetrieb.
ÖSTERREICH: Sie haben 5 Mio. Schnell-Tests bestellt. Lehrer sagen, dass Eltern die Tests für die Kinder verweigern, in einigen Schulen nur 30 % getestet werden.
FASSMANN: Sie sprechen von einer Lehrerin, die ihre Vermutung in den sozialen Medien verbreitet hat. Ich warne davor, solche Einzelmeinungen als Tatsachen zu betrachten. Wir haben noch keine Erhebungen. Aber die Rückmeldungen übertreffen meine Erwartungen. Die Schulen testen klassenweise, lernen dabei etwas, haben Spaß daran und erfahren auch noch ihren Infektionsstatus. Die ersten positiven Fälle konnten wir übrigens schon aus dem System ziehen.
ÖSTERREICH: Wie kann man Eltern und Schüler motivieren, mehr zu testen?
FASSMANN: Die Initiative ist sehr niederschwellig angelegt. Die Tests werden den Kindern bzw. deren Eltern kostenlos und freiwillig zur Verfügung gestellt. Sollte sich herausstellen, dass es Skepsis gibt, werden wir noch mehr informieren und aufklären. Aber ich bin mir sicher: Wer diesen kinderleichten Test bekommen hat, wird ihn auch ausprobieren wollen.
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ÖSTERREICH: Trotz Lockdown sind vor allem viele Volksschulen voll. Offenbar können die Corona-Regeln nicht eingehalten werden. Was tun Sie dagegen?
FASSMANN: Wir appellieren an die Eltern, die Kinder nur dann zu bringen, wenn sie die Betreuung oder Lernunterstützung auch wirklich brauchen. Dafür stehen die Schulen offen.
ÖSTERREICH: Was wollen Sie gegen die Lernrückstände aufgrund des Distance Learnings unternehmen?
FASSMANN: Wir präsentieren am Montag ein umfangreiches Förderpaket mit dem Volumen von mehr als 200 Millionen Euro. Dieses umfasst Lernbetreuung in den Semester- und Osterferien sowie den Ausbau der Sommerschule. Zusätzlich bieten wir ein großes Kontingent von Förderstunden für alle Schulstufen an. Distance Learning hat gut funktioniert, kann die Präsenzlehre aber nicht ersetzen.
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