Palm Pre greift das iPhone in Europa an

Verkaufsstart

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Palm Pre greift das iPhone in Europa an

Mit dem Spitzenmodell des Taschen-Computerspezialisten Palm will O2 dem iPhone von Apple, aber auch anderen Anbietern Konkurrenz machen. Im Gegensatz zum iPhone bei T-Mobile kann der Palm Pre bei O2 ohne Mobilfunkvertrag gekauft werden.

"Mit der Vermarktung des Palm Pre ohne Netzsperre gehen nicht wir ein Risiko ein", sagte O2-Chef Rene Schuster der Deutschen Presse-Agentur. "Unsere Wettbewerber, die ihre Smartphones abschließen und ihren Kunden misstrauen, riskieren viel, wenn sie sich nicht ebenfalls öffnen werden."

Neue O2-Strategie
Für die deutsche Telefonica-Tochter O2 gehört der Marktstart des Palm Pre zur Strategie, sich von reinen Telekommunikationsleistungen unabhängiger zu machen: "Wir werden Telefonica und O2 zum "Home of the Smartphone" und zu einer digitalen Firma entwickeln, die nicht nur Telekommunikationsdienstleistungen anbietet", sagte O2-Chef Rene Schuster der dpa. "Wir teilen mit Palm die Vision, dass man mit einem Smartphone viel mehr machen kann als nur zu telefonieren." Telefonica könne mit diesem Angebot insgesamt 600 Millionen Menschen in den zugänglichen Märkten erreichen.

Obwohl Palm in Deutschland die Vertriebsrechte für den Pre allein an O2 vergeben hat, wird das Smartphone auch bei Simyo, einer Discount-Marke des O2-Wettbewerbers E-Plus, und anderen Online-Läden angeboten. "Es handelt sich nicht um Re-Importe. Wir kaufen aus Quellen in Deutschland", sagte Christopher Deecke, Geschäftsführer der etronixx Trading GmbH in Hamburg, die den Online-Handy-Shop auf der Simyo-Website und das Angebot mobileJoker.de betreibt. Bisher gebe es keine Vertriebsbeschränkungen.

Hohes Entwicklungs-Know-How
Wie berichtet ist der Palm Pre von einem Team um den ehemaligen Apple-Manager Jon Rubinstein entwickelt worden. Der heute 53 Jahre alte Informatiker hatte bei Apple 1997 die Entwicklung des iMac verantwortet und war dann bis 2006 für das Geschäft mit dem Musikplayer iPod zuständig.

Palm galt vor der Vorstellung des Pre im Jänner 2009 auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas als angeschlagen, da die Geschäfte mit älteren Modellreihen schlecht liefen. Der Aktienkurs von Palm stieg seitdem von 3 Dollar auf inzwischen mehr als 17 Dollar (11,4 Euro). Rubinstein hat mittlerweile auch die Position des Chief Executive Officers (CEO) bei Palm übernommen.

"Wir haben 2007 mit der Transformation von Palm begonnen und diesen Prozess inzwischen weitgehend abgeschlossen", sagte Palm-Chef Rubinstein. "Nun geht es darum, die Resultate zu zeigen und zusammen mit unseren Partnern die Marke Palm wieder ins Rampenlicht zu rücken." In den USA hat Palm inzwischen mit dem kleineren Smartphone Pixi ein zweites Modell mit dem Handy-Betriebssystem WebOS angekündigt, das zum kommenden Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen soll. "Wir denken in Produktfamilien, damit die Verbraucher zwischen verschiedenen Modellen auswählen können", sagte Rubinstein.

Preise auf Konkurrenzniveau
Bei O2 sieht man dies anders: "In Deutschland sind wir der exklusive Vermarktungspartner für den Palm Pre", betonte O2-Chef Schuster. "Über den indirekten Kanal können auch Wettbewerber Geräte in kleinen Stückzahlen beziehen. Ob wir das unterbinden, hängt davon ab, welches Ausmaß dieses Geschäft annehmen wird." O2 bietet den Palm Pre ohne Vertrag für 481 Euro an. Bei etronixx kostet der Pre 495 Euro.

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