16. Oktober 2009 11:29
Gesundes
Essen ist kostspielig, sagen viele Menschen. Es stimmt: Wenn man täglich
mehrere Stücke Spezialgebäck, Flugmangos oder zu jeder Jahreszeit Erdbeeren
konsumiert, dann kann das ein Loch in das Budget reißen. Doch nährstoffreiche
Lebensmittel sind durchaus leistbar, betonte der Verband der
Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) anlässlich des
Welternährungstages.
Fast Food billiger?
Viele greifen lieber zu Semmeln und Limo,
weil sie meinen, auf diese Weise billig über die Runden zu kommen. Menschen
mit geringem Einkommen essen mehr Fett,
Zucker, Weißbrot sowie Fleisch oder Wurstwaren und konsumieren drei bis
viermal mehr Softdrinks und Fast Food. In den höheren Einkommensschichten
werden hingegen mehr Obst, Fisch und Milchprodukte konsumiert.
Preisbewusste Lebensmittelwahl
Dabei ist zwischen der elitären
Lebensmittelwahl und billigem Junkfood noch ausreichend Platz für eine
vielseitige, nährstoffreiche und dennoch preisbewusste Lebensmittelwahl, so
der VEÖ. Mit einem Zwei-Kilo-Sack Erdäpfeln, der beispielsweise schon um
weniger als einen Euro zu haben ist, wird eine vierköpfige Familie nicht nur
satt, es wandern auch jede Menge Nährstoffe in die Mägen, ohne das
Kalorienkonto zu überziehen. Das geschälte, gestiftelte und vorfrittierte
Pendant aus dem Tiefkühlfach wartet hingegen beim sechsfachen Preis mit dem
vierfachen Kaloriengehalt auf.
Gesunde Ernährung
Untersuchungen zeigen, dass
Berufsschulabsolventen weit weniger gesundheitsbewusst handeln als
Akademiker. Sie machen sich daher auch seltener Gedanken über gesunde
Ernährung. Darum wundert es nicht, dass sich die soziale Trennlinie zu
einkommensstarken Schichten weniger in Unterernährung manifestiert als in
Fettleibigkeit bei gleichzeitiger Mangelernährung: Menschen aus sozial
schwache Schichten gehen in die Breite und haben gleichzeitig die größten
Defizite bei Vitaminen und Mineralstoffen, so der VEÖ.
Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2008, die der Frage nachging, ob gesunde
Ernährung tatsächlich teurer sei als eine in Deutschland übliche, kommt zu
guten Ergebnis: Wer sich an den Empfehlungen der Ernährungswissenschaft
orientiert, hat am Ende des Monats mehr am Konto als der Süßigkeiten- und
Fleischtiger. Demnach liegt es nicht nur am Geld, dass viele Konsumenten
gesunder Ernährung die kalte Schulter zeigen.
So sparen Sie Kosten
1. Wochenplan
Durch das
Schreiben eines Wochenspeiseplans und einen dazu gehörigen Einkaufszettel
besteht keine Gefahr, Dinge zu kaufen, die nicht gebraucht werden und
schließlich verderben.
2. Nicht hungrig einkaufen
Nicht mit leerem Magen einkaufen
gehen. Ein knurrender Magen macht "anfällig" für teure
Impulskäufe im Snack- und Feinkostbereich.
3. Saisonal einkaufen
Saisonal und regional kaufen. Heimisches
Obst und Gemüse der Saison ist günstiger als weit gereistes.
4. Hülsenfrüchte kaufen
Wieder mehr Hülsenfrüchte beim
Kochen verwenden. Linsen, Bohnen, Erbsen sind kostengünstig, strotzen vor
Nährstoffen und können zu warmen Ragouts wie auch Salaten verarbeitet
werden.
5. Kreativ sein
Restl-Essen muss nicht Eintopf oder
Grenadiermarsch sein. Bleibt bei einer warmen Mahlzeit Fleisch über, kann es
tags darauf als "Salatgarnitur" verwendet werden.
6. Preisvergleich
Ein Preisvergleich lohnt sich immer. Kurz vor
Geschäftsschluss gibt es auch immer Angebote im Frischebereich, z. B. bei
Brot und Gebäck.
7. Selbst Kochen
Selber Kochen spart nicht nur Geld, sondern
auch Zeit. Grundnahrungsmittel sind meist billig und nährstoffreich. Kluge
Köpfe wählen Zubereitungen mit geringem Zeitaufwand. Während die halbierten
Erdäpfel im Rohr mit ein paar Scheiben Kürbis ganz ohne Aufsicht vor sich
hin braten, kann man sich anderen Dingen widmen.