Austro-Pop-Legende Hansi Lang gestorben

53-jährig

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Austro-Pop-Legende Hansi Lang gestorben

Trauer und Betroffenheit: So gedenken Rainhard Fendrich, Claudia Schmied, Thomas Gratzer (Rabenhof Theater) Hansi Lang.

Der Sänger von u.a. der "Hallucination Company" und "Dreamboat" starb am Sonntagabend um 20 Uhr im Wiener AKH 53-jährig an den Folgen eines Schlaganfalles, teilte das Management mit. Lang, der zuletzt mit seinem "Slow Club" Erfolge hatte, war jahrzehntelang als Sänger Teil der Austropop-Szene, und auch als Schauspieler und Autor aktiv.

Karriere
Mit Hansi Lang (53) ist eine Legende des österreichischen Pop gestorben: Von der "Hallucination Company" über "Dreamboat" bis, zuletzt, zum "Slow Club" war der Sänger Jahrzehnte lang ein wichtiger Teil der Austropop-Szene. "Hansi Lang hat nur eine Bedingung an seine Kunst gestellt: Sie muss ehrlich sein und aus der Tiefe seiner Seele kommen", hatte Thomas Rabitsch einmal über seinen langjährigen Freund und Musiker-Kollegen gemeint.

Hansi Lang wurde am 13. Jänner 1955 in Wien-Hernals als Kind eines amerikanischen Besatzungsoffiziers namens Albert Hicks und einer böhmischen Mutter (Emilie Lang) geboren. Zwischen 1958 und 1961 wuchs er laut seiner Homepage auf der US-Army-Basis in Le Orme, Frankreich, auf. Rechtzeitig zum Schulbeginn übersiedelten sie 1961 wieder nach Wien. Seinen ersten Auftritt hatte er mit 13 Jahren, damals noch als Schlagzeuger in einer Amateurband. Er sattelte jedoch bald auf die Sänger-Rolle um und stand bei verschiedenen Bands ("Plastic Drug" von Peter Schleicher, "Lord Proof and the Proofcats") am Mikro. Mit der Gruppe "Nostradamus" ging er auf Tournee durch Holland - um der Stellungskommission des Bundesheeres zu entkommen, wie es auf der Homepage heißt.

Zurück in Wien
Ende 1975 kam Lang nach Wien zurück und stieß zur "Hallucination Company". 1980 begann seine Solokarriere, mit seiner Band "Dreamboat" wurde er zum gefragten Live-Act. Seine erste eigene LP spielte er 1982 unter dem Titel "Keine Angst" ein, die zweite "Der Taucher" folgte bereits im selben Jahr. Neben seinen Soloauftritten konzertierte er auch weiterhin mit der "Hallucination Company".

Aber auch in den Bereichen Literatur und Schauspiel wurde Lang immer aktiver. 1984 spielte er die Hauptrolle in Dieter Berners Film "Ich oder du" und steuerte auch die Filmmusik bei. 1990 bis 1992 spielte er im Wiener Stadttheater ("Männerschmerzen") und im Metropol ("Wiener Lust"). Dann wurde er an das Theater in der Josefstadt engagiert und hatte dort Auftritte in "Tingel-Tangel" und "Außer Kontrolle" (Kammerspiele). TV-Produktionen und Bühnenauftritte folgten, heuer stand er als Allmächtiger im Drei-Personen-Stück "Gottes Sekretärin" auf der Bühne.

"Slow Club" letztes Projekt
Die - ungewöhnlicher Weise - Englisch sprachige LP "Hansi Lang" erschien 1989. 1993 kam seine erste CD, "Losgeher", auf den Markt. 2000 war er in der "Falco Cyber Show" im Wiener Ronacher als "Citizen Kain" zu erleben. Zuletzt punktete Lang mit dem Projekt "Slow Club" (mit Thomas Rabitsch und Wolfgang Schlögl), mit dem er Lieder von Nat King Cole, Cole Porter und Billie Holiday interpretierte und einen "Amadeus" für das Album des Jahres (Jazz/Blues/Folk) bekam. Beim Projekt "Die Bucht von Wien" hat er gemeinsam mit dem Gitarristen Klaus Wienerroither bisher unvertonte Gedichte von H.C.Artmann in Lieder verwandelt, Friedrich Guldas "Golowin"-Lieder neu arrangiert und eigene Titel komponiert.

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"Unberechenbar und intensiv - so hat Hansi Lang gelebt", reagierte Produzent und Freund Thomas Rabitsch nach dem Tod der Austropop-Legende Hansi Lang heute, Sonntag, Abend in einem Schreiben an die Medien. "Unberechenbar und intensiv - so ist Hansi Lang auch gegangen". Lang sei "überraschend und ohne langem Leiden" an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. "Der New Wave katapultierte den österreichischen Rock 'n' Roll-Helden ins Zentrum einer epischen Pop-Strömung", schreibt Rabitsch weiter.

Kompromisslos
'"Keine Angst' - der Titel von Hansis Debüt-Album zierte nicht nur das Plattencover sondern auch Hauswände in ganz Wien", so Rabitsch. Dementsprechend furcht- und kompromisslos habe Lang auch sein Leben zelebriert. Er "lotete Grenzen aus und begeisterte dadurch sein obsessives Publikum", so Thomas Rabitsch. "Sein Tod kommt viel zu früh. Der gefallene Engel fliegt wieder - wir werden ihn, seine Intensität und seine Einzigartigkeit niemals vergessen". Das ganze Mitgefühl gelte Hansi Langs Familie und Freunden.

Thomas Rabitsch, der lange Jahre in der Band des Musikers spielte, produzierte Langs erste LP "Keine Angst", später "Ich oder Du". Auch an Langs "Slow Club" war Rabitsch maßgeblich als Produzent beteiligt.

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