30. Jänner 2008 21:14
Champagner-Dusche, funkelnde Silberkorsage und jede Menge Badeschaum - Nach
einem koketten Tanz auf der Bühne, bei dem die 35-jährige Burlesque-Tänzerin
sich grazil ihrer Kleidung entledigte, begeisterte die zierliche
Amerikanerin die prall gefüllten Zuschauerreihen mit ihrem berüchtigtem Bad
in einem überdimensionalen Martiniglas.


Extraeinlage für Lugner
Für Gastgeber Lugner gab es sogar
eine Extraeinlage: Während ihrem Strip warf Dita Von Teese ihre hautfarbenen
Nylon-Strümpfe direkt in die Hände des Baumeisters, der in der ersten Reihe
gemeinsam mit Neo-Mausi Bettina das Spektakel verfolgte. Zu Big-Band-Klängen
schritt die Stripperin in High Heels und mit eng geschnürter Taille
pünktlich um 19.30 Uhr auf die Bühne - ihren elfenbeinfarbenen Luxuskörper
hatte sie dabei zunächst in ein freizügiges Glitzerkostüm samt Pelzstola
gehüllt.
Straußenfedern verdeckten Brüste
Schon nach den ersten
Klängen ließ die Tänzerin unter dem Jubel ihrer Fans die ersten Hüllen
fallen: Handschuhe, Rock, Schuhe und Mieder landeten der Reihe nach auf dem
rotem Teppich der Tribüne. Mit einem Tanz versteckt hinter riesigen
Pfauenfedern spannte die schwarzgelockte Schönheit das Publikum noch einige
Minuten auf die Folter und befreite sich schließlich gekonnt von der letzten
Oberbekleidung - einem mit Glitzersteinen versehenen Büstenhalter.
Luxus-Körper mit Champagner übergossen
Nur mehr durch
ein teilweise transparentes Panty und silber funkelnde Go-Go Pads bedeckt,
begann Dita Von Teese nach etwa 15 Minuten mit ihrem Baderitual: Mit
schäumendem Champagner übergoss sie mitten auf der Tribüne ihren
Luxuskörper, um sich anschließend wie eine Nixe in der mit Schaum, Don
Perignon, Cointreau und Ginger Ale gefüllten Martini-Schale zu räkeln. Mit
nassem Schwamm planschte und tänzelte die 35-Jährige einige Minuten im
Wasser, dann war der Spektakel plötzlich vorbei. Die Musik ging aus, Männer
im Anzug hüllten die Strip-Diva eilig in ein dunkles Handtuch und führten
sie von der Bühne.
Sprachlose Besucher
Dem Wiener Publikum dürfte die illustre
Vorführung der Burlesque-Tänzerin sichtlich gefallen haben: Fast sprachlos
strömten die Besucher, darunter vor allem junge Frauen und Pärchen, aus dem
Kinosaal: "Superspitzenklasse", "Das Outfit war toll"
oder "Die ist einmalig" - so die Jubelchöre der Fans. Kritisch
zeigte sich hingegen ein wahrer Fetisch-Spezialist, der schon mehrere
Video-Auftritte der Amerikanerin verfolgt hatte: Ein Verschluss, der nicht
aufgehen wollte, habe Dita Von Teese aus dem Takt gebracht, sie sei ein
ganzes Lied hinten nach gewesen, meinte der junge Mann. "Im Glas war
sie wieder in ihrem Element." Er sei aber dennoch zufrieden: "80
von 100 Punkten"
Mörtels Doku blieb ungesehen
Auf der Strecke blieb einzig
Richard Lugners Film über seine Opernballgäste. Die Aufnahmen hätten vor
Dita Von Teeses Auftritt gezeigt werden sollen. Da es dabei zu einer
20-minütigen Verspätung kam, wurde die Vorführung von der Strip-Einlage je
unterbrochen, nach dem Burlesque-Tanz fehlte vielen offenbar die nötige
Aufmerksamkeit: Der Großteil verließ den Saal ohne auf die Fortsetzung der
Mörtl-Opernball-Doku zu warten.