20. Mai 2008 11:24
Der Skandal um den angeschlagenen Unternehmer Franjo Pooth weitet sich aus:
Nach den Vorwürfen der Bestechung und Insolvenzverschleppung steht der
Ehemann von Verona Pooth nun auch im Verdacht eines Steuerdelikts. Er hat
Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet,
hat der 38-Jährige offenbar Steuern hinterzogen. Der Düsseldorfer
Staatsanwalt Arno Neukirchen bestätigte, dass eine Selbstanzeige beim
Finanzamt vorliegt. Nähere Details nannte er nicht.
Dem Bericht zufolge soll Pooth mehrfach mit hohen Geldsummen nach London
geflogen sein. Dort habe es eine Firma gegeben, die allein aus steuerlichen
Gründen gegründet worden sein soll, schreibt die "Bild" unter Berufung auf
einen ehemaligen Mitarbeiter.
Laut Staatsanwaltschaft bleibt der Ehemann von TV-Star Verona bei einer
Anzeige straffrei, wenn er die hinterzogenen Steuern nachzahlt und die Tat
zum Zeitpunkt der Anzeige unentdeckt war.
Firmen-Pleite
Franjo Pooth war Anfang des Jahres wegen der
27-Millionen Pleite seiner Firma Maxfield ins Visier der Anklagebehörde
geraten. Seit Februar ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Unternehmer
wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und der Bestechung.
Der Architektensohn Pooth hatte 2002 in Düsseldorf die Elektronikfirma
Maxfield gegründet und mit MP3-Playern, Navigationsgeräten, DVD-Playern und
einem "Fashion-Handy" innerhalb weniger Jahre den Umsatz seines Unternehmens
zunächst von null auf fast 35 Millionen Euro hochgeschraubt. In den 2006 kam
der plötzliche Absturz. Mitte 2007 soll Pooths Firma dann bereits
insolvenzreif gewesen sein. Tatsächlich angemeldet wurde die Pleite jedoch
erst im Jänner dieses Jahres.
Die insgesamt 461 Gläubiger fordern von dem Unternehmer nun rund 27
Millionen Euro zurück, werden aber wohl nur einen Bruchteil davon bekommen.
Nach einer vorläufiger Prüfung des Insolvenzverwalters sind Ansprüche von
mehr als 19 Millionen Euro berechtigt. Er rechnet mit einer Verfahrendauer
von mindestens zwei Jahren.