Prinz Harry schockiert mit rassistischen Aussagen

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Prinz Harry schockiert mit rassistischen Aussagen

Der britische Premierminister Gordon Brown hat Prinz Harry wegen der Verwendung rassistischer Ausdrücke in scharfen Worten getadelt. Dies sei inakzeptabel und habe keinen Platz im Leben Großbritanniens, sagte Brown am Montag dem Fernsehsender GMTV. Abgeordnete und Vertreter muslimischer Verbände hatten den 24-jährigen Prinzen, die Nummer drei in der britischen Thronfolge, bereits am Wochenende heftig kritisiert.

"Paki"
Prinz Harry hat das britische Königshaus mit rassistischen Äußerungen in arge Bedrängnis gebracht: Er hatte einem Zeitungsbericht zufolge einen Kameraden beim Militär "Paki" genannt, was in Großbritannien abwertend für Pakistaner verwendet wird. Nun musste sich der 24-Jährige öffentlich entschuldigen.

Wollte niemanden verunglimpfen
Der Prinz habe niemanden verletzten wollen und das Wort bei dem drei Jahre zurückliegenden Vorfall als Spitznamen verwendet, teilte St. James's Palast in der Nacht auf Sonntag mit. "Prinz Harry ist absolut klar, wie beleidigend der Ausdruck sein kann." Er habe "in keinster Weise" seinen Freund verunglimpfen wollen und das Wort ohne böse Absicht benutzt. Muslime und Politiker zeigten sich dennoch empört über die Entgleisung. Die Armee leitete Ermittlungen wegen der Anschuldigungen ein.

Harry hatte bereits 2005 einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als er mit einer Hakenkreuz-Armbinde auf einer Motto-Party auftauchte. Der jetzige Fall wirft erneut ein schlechtes Licht auf den Dritten in der Thronfolge, zumal er vergangenes Jahr in Afghanistan diente.

Die Sonntagszeitung "News of the World" hatte aus einem Video zitiert, in dem Harry 2006 einen Kameraden während seiner Militärausbildung in der Akademie Sandhurst offensichtlich "unseren kleinen Paki-Freund" nennt. Zudem habe Harry zu einer anderen Gelegenheit das Wort "raghead", ein Schimpfwort für Araber, benutzt sowie Witze über seine Großmutter, Queen Elizabeth II., gemacht. Das Prinzenbüro erklärte, Harry habe mit "raghead" irakische Aufständische und Taliban gemeint.

"Beunruhigender Ausrutscher"
Die Menschenrechtskommission teilte mit, der Ausrutscher sei "beunruhigend" und forderte weitere Untersuchungen. Oppositionsführer David Cameron nannte die Wortwahl "vollkommen inakzeptabel". Da sich Harry aber entschuldigt habe, seien weitere Schritte gegen ihn nicht notwendig. Der Direktor der muslimischen Jugendorganisation Ramadan Foundation erklärte, er sei "schockiert und sehr traurig über Harrys rassistische Kommentare". Das Verteidigungsministerium betonte, den Fall "sehr ernst zu nehmen", unangemessenes Verhalten würde nicht toleriert. Es sei jedoch keine Beschwerde der Betroffenen gegen den Prinzen eingegangen.

Harry hat dem Königshaus schon öfter Peinlichkeiten beschert: Er gab zum Beispiel zu, Cannabis geraucht zu haben und machte mit nächtlichen Sauftouren von sich reden. Sein Image als Party-Prinz konnte er nach dem Einsatz in Afghanistan jedoch ablegen.

Williams Hochzeit auf Eis gelegt
Unterdessen teilte die Luftwaffe mit, dass Harrys älterer Bruder William (26) an diesem Montag seine Ausbildung bei den Rettungsfliegern aufnehmen wird. Das Training dauert zwei Jahre. Die Verpflichtung hatte die Aussichten auf eine baldige Verlobung mit seiner langjährigen Freundin Kate Middleton zunächst auf Eis gelegt.

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