Richard Lugner:

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Richard Lugner: "Wenn ich Präsident wäre..."

Richard Lugner ist nicht nur Baumeister, Adabei und Küsserkönig, einst hatte Mörtel auch politische Ambitionen. 1998 kandidierte er für das Amt des Bundespräsidenten und erreichte als Neueinsteiger immerhin 9,9% der Wählerstimmen. Von seinem Anfangserfolg beflügelt wagte stellte er sich im Jahr darauf ein zweites Mal der Wählergunst – mit seiner Liste Die Unabhängigen ging er ins Rennen um einen Platz im Nationalrat.

Präsident Lugner
Kurz nach der Regierungsbildung wollte oe24.at wissen: Wie sähe unser Land aus, wenn Präsident Richard Siegfried Lugner das Sagen hätte? "Schauen Sie, ich hätte das Amt des Bundespräsidenten etwas anders wahrgenommen", erklärt Mörtel. "Ich hätte es viel mehr dem Volk gegenüber geöffnet. Weil, wenn man vom Volk gewählt wird, hat man sozusagen ein bissl ein Ersatz-Monarch zu sein und sich nicht nur in der Hofburg einzugraben. Und all diese Monarchien gehen einfach mit vielen Aktionen in die Öffentlichkeit."

"Wenn der Landeshauptmann von Tirol angelobt wird, finde ich das eine Zumutung, dass der nach Wien kommen muss und da in einem stillen Kämmerlein zum Landeshauptmann von Tirol ernannt wird vom Bundespräsident", präsentiert Mörtel einen Verbesserungsvorschlag. "Da könnte sich doch der Bundespräsident hinaus begeben nach Innsbruck." An einem prominenten Ort, wie etwa der schönen Maria-Theresien-Straße, könnte die Angelobung stattfinden. Dazu könnten die Schützen aufmarschieren und das Volk hätte die Möglichkeit, die feierliche Zeremonie live zu verfolgen. "Das wäre doch für die Tiroler wesentlich mehr, als nur in der Zeitung zu lesen 'Wir haben einen neuen Landeshauptmann'."

Rot-schwarze Regierung
Natürlich macht Richard Lugner sich auch über unsere neue Regierung seine Gedanken. Mit der Neuauflage der rot-schwarzen Koalition wirkt er gar nicht glücklich: "Ich halte es grundsätzlich für nicht richtig, dass immer die Roten und Schwarzen, egal wie die Wahlen ausgehen, und egal wie viel sie auf den Deckel kriegen an Minus, dass sie dann immer noch gemeinsam eine Regierung bilden und sich nicht der politischen Konkurrenz stellen."

"Aus meiner Sicht sollte man sagen, einmal die Roten in der Regierung mit irgendeiner anderen Partei, aber nicht mit den Schwarzen. Und in Konkurrenz die ÖVP als Opposition. Oder die ÖVP stellt die Regierung mit einigen anderen Oppositionsparteien, die es jetzt gibt", schlägt Lugner einen Wechsel vor. Bewährt sich eine Regierung, wird sie noch einmal gewählt, ist sie schlecht, haben die anderen Parteien die Chance, es besser zu machen. "Das ist Demokratie. Das, was bei uns die Roten und Schwarzen machen, dass sie egal, wie die Wahlen ausgehen, immer die Regierung bilden, das ist aus meiner Sicht keine demokratische Lösung."

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