04. Juni 2009 16:32
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Rechtsmediziner in Bangkok haben den Tod des US- Schauspielers David
Carradine als "unnormal" bezeichnet. Der 72-Jährige war am
Donnerstag tot in seiner Hotelsuite in der thailändischen Hauptstadt
gefunden worden. Zunächst waren die Behörden laut Medienberichten davon
ausgegangen, dass sich der Star der TV-Serie "Kung Fu" selbst
getötet hat. "David Carradines Tod war ein sehr ungewöhnlicher",
sagte der Chefpathologe des Bangkoker Chulalongkorn-Krankenhauses, wo die
Leiche des Schauspielers obduziert wurde, am Freitag. Nähere Einzelheiten
nannte er nicht.
Familie fordert FBI-Untersuchung
Die Angehörigen des
Schauspielers wollen dass das FBI in dem Fall ermittelt. Die Familie glaubt
nicht an Selbstmord, die widersprüchlichen Berichte über den Tod Carradines
seien für sie schwer auszuhalten, sagte der Rechtsanwalt Mark Geragos dem
TV-Talkmaster Larry King im Sender CNN. "Sie wollen eine Untersuchung." Die
Leiche des Schauspielers sollte am Samstag in die USA geflogen werden. Dort
soll nach Wünschen der Familie eine Autopsie die genaue Todesursache klären,
sagte der Manager.
Kein Selbstmord
Zuvor hatte Carradines Manager Berichten vom
Freitod des Stars widersprochen. "Wir können 100-prozentig bestätigen,
dass er niemals Selbstmord begangen hätte. Es war ein Unfall-Tod. Alle sind
schockiert", sagte Manager Chuck Bender dem Internetdienst "Tmz.com".
Erhängt
Carradine hielt sich seit Dienstag zu Dreharbeiten
in Bangkok auf. Wie die thailändische Tageszeitung "The Nation"
in ihrer Online-Ausgabe berichtete, war der Schauspieler am Mittwochabend
nicht zu einem Abendessen mit Kollegen erschienen. Am nächsten Tag in der
Früh fand ihn eine Hotelangestellte, die sein Zimmer Aufräumen wollte. Die
ersten polizeilichen Ermittlungen ergaben dem Bericht zufolge, dass er sich
mit einer Gardinenkordel erhängt hatte.
Nackt im Schrank
David Carradine saß halbnackt in einer
begehbaren Garderobe. Um Hals und Körper, auch um seine Genitalien, hatte er
eine Vorhangkordel gewickelt. Die thailändische Polizei vermutet, er könnte
an Erstickung oder Herzversagen nach einem Orgasmus gestorben sein. Auch ein
Mord könne nicht völlig ausgeschlossen werden.
Tod durch Masturbation?
Gerichtsmedizinerin Porntip Rojanasunan
erklärte gegenüber der AFP, es handle sich weder um Mord noch Selbstmord. "Er
starb, nachdem er sich selbst befriedigt hatte", berichtet Porntip.
Sein Tod sei auf einen "selbstverschuldeten Unfall beim Liebesspiel"
zurückzuführen, so die Frau, die für das Justizministerium arbeitet. Einen
offiziellen Autopsie-Befund soll es frühestens am Samstag geben.
Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gebe es Ermittlern zufolge nicht. Das
Zimmer sei von innen verschlossen gewesen, nichts weise auf eine Kampf hin.
Auch Polizeichef Worapong Siewpreecha hält es für warhscheinlich, dass David
Carradine "durch Masturbation" gestorben sei. Dennoch könne man
einen Selbstmord weiterhin nicht ausschließen.
Der Schauspieler war vergangene Woche in Thailand eingetroffen und hatte mit
den Dreharbeiten für seinen Film "Stretch" zwei Tage vor
seinem Tod begonnen, sagte seine US-Managerin Tiffany Smith. Er habe noch
einige andere Projekte neben der Hauptrolle in dem Action-Film von Regisseur
Charles De Meaux verfolgt. "Wir warten, bis sie die Ermittlungen
abgeschlossen und herausgefunden haben, was wirklich passiert ist",
sagte Smith weiter. "Er hat wirklich alles geschätzt, was das Leben zu
geben hat - und David würde sich so etwas niemals angetan haben."
Filmlegende
Carradine wurde in den 70er Jahren als Kwai Chang
Caine in der Fernsehserie "Kung Fu" international bekannt.
Außerdem spielte er in mehr als 100 Filmen mit. Nachdem es zwischenzeitlich
etwas ruhiger um ihn geworden war und er sein Geld mit zweitklassigen
Billigproduktionen verdienen musste, feierte Carradine in dem Film "Kill
Bill Vol.2" von Quentin Tarantino 2004 ein furioses Comeback. Er wurde
für den Golden Globe als bester Nebendarsteller nominiert.
David Carradine hinterlässt eine Frau und vier Kinder. Er war fünf Mal
verheiratet. Sein Vater war der Schauspieler John Carradine.