„Der Song Contest ist kein Politikum!“ Seit Jahren bemüht sich die Europäische Rundfunkunion (EBU) um ein faires und unpolitisches Wettsingen, das jedoch spätestens mit Ausschluss Russlands knapp nach Kriegsbeginn 2022 und erst recht mit dem Sieg der Ukraine ad absurdum geführt wurde. Jetzt ist Österreich und der ORF mitten drinnen im nächsten großen Polit-Wirbel. Der 70. Song Contest wird ja im Mai in der Wiener Stadthalle abgehalten. Und der Gegenwind gegen Israel wird angesichts des andauernden Gaza-Kriegs immer größer.
Unser Sieger JJ trat ja schon knapp nach seinem Triumph in Basel mit dem unbedachten Statement „Ich möchte, dass der nächste Eurovision Song Contest in Wien und ohne Israel stattfindet“ eine Lawine der Entrüstung los! Jetzt, nach Boykott-Androhungen von u.a. Irland, Slowenien, der Niederlande und dem „Big Five“ Player Spanien, der als einer der größten Geldgeber Jahr für Jahr Millionen in die ESC-Kassa zahlt, wird die EBU nun erstmals seine Mitglieder über die Teilnahme eines Landes abstimmen lassen! In einem Schreiben an die teilnehmenden Rundfunkanstalten teilte die EBU mit, dass angesichts der „beispiellosen Meinungsvielfalt“ der EBU-Mitglieder keine einvernehmliche Position zu erreichen sei. Deshalb setze man auf eine breitere, demokratische Entscheidungsgrundlage in einer Abstimmung, bei einer außerordentlichen Online-Generalversammlung Anfang November.
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Die israelische Rundfunkanstalt KAN reagierte sofort auf das Schreiben und veröffentlichte eine Stellungnahme, in der auf die politische Neutralität des Wettbewerbs verwiesen wird: Man hoffe, dass der ESC „weiterhin seinen kulturellen und unpolitischen Charakter bewahrt“.
Spannend: aktuell ist es völlig unklar, ob bei dem „Israel Voting“ die sonst EBU-übliche Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Mitglieder benötigt wird. Oder ob eine absolute Mehrheit reicht? Dazu bleibt es natürlich fraglich, ob sich dann auch alle EBU-Mitglieder an die Abstimmung halten werden, sollte diese zugunsten Israels ausgehen.
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