"Daily Mail"
Prinz Harry: Prozess gegen britische Zeitung in London gestartet
Der Prozess gegen Associated Newspapers Limited (ANL), den Verlag der „Daily Mail“, beginnt am Montag, 19. Januar, vor dem Londoner High Court und soll sich über neun Wochen erstrecken. Prinz Harry (41) steht gemeinsam mit seinen Mitklägern vor Gericht und beschuldigt den Verlag, systematisch in ihre Privatsphäre eingedrungen zu sein. Laut „Sky News“ wird Harry am Donnerstag einen ganzen Tag lang im Zeugenstand stehen.
Prominente Kläger
Neben Harry klagen Sir Elton John (78) mit seinem Ehemann David Furnish (63), Schauspielerin Elizabeth Hurley (60), Schauspielerin Sadie Frost (60), Baroness Doreen Lawrence (73) und der frühere Politiker Sir Simon Hughes (74). Sie werfen dem Verlag vor, zwischen 1993 und 2011 Privatdetektive mit illegalen Methoden beauftragt zu haben.
Vorwürfe gegen den Verlag
Die Anschuldigungen reichen von Abhörgeräten in Autos und Wohnungen über das heimliche Mitschneiden von Telefonaten bis zu Bestechung von Polizeibeamten. Zudem soll der Verlag ANL medizinische Unterlagen durch Täuschung erlangt sowie Zugang zu Bankkonten und Finanztransaktionen verschafft haben. Die Anwälte der Kläger bezeichneten die Beweise als "höchst verstörend" und sprachen von "abscheulichen kriminellen Aktivitäten".
ANL weist die Vorwürfe entschieden zurück und nennt sie "absurde Verleumdungen". Der Verlag argumentiert, die Klage sei eine "Fishing Expedition", also eine unbegründete Untersuchung.
Aussagen des Privatdetektivs
Der Privatdetektiv Gavin Burrows hatte in einer Erklärung von 2021 angegeben, im Auftrag eines Journalisten der "Mail on Sunday" Mailboxen gehackt, Telefone abgehört und Finanz- sowie Gesundheitsdaten beschafft zu haben. Fünf der sieben Kläger stützen ihre Klage maßgeblich auf diese Angaben. Burrows hat seine Aussage inzwischen zurückgezogen und erklärt, seine Unterschrift auf der ursprünglichen Erklärung sei gefälscht worden. Bereits 2023 widerrief er die Erklärung und bestätigte dies im September gegenüber den ANL-Anwälten.
In seiner Zeugenaussage vom März 2023 erklärte Prinz Harry, er bringe die Klage vor, "weil ich mein Land liebe" und äußerte "tiefste Besorgnis" über die "unkontrollierte Macht, den Einfluss und die Kriminalität" des Verlags. Der Prozess ist einer von mehreren, die Harry seit 2019 gegen britische Medienunternehmen angestrengt hat.
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Vertreter der Kläger
Alle Kläger werden von Anwalt David Sherborne vertreten, der unter anderem Johnny Depp in dessen Verleumdungsklage gegen die "Sun" sowie Coleen Rooney im "Wagatha Christie"-Prozess vertrat. Auch Prinzessin Diana zählte einst zu seinen Mandanten.
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