In Liechtenstein

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Geheimes Haider-Vermögen entdeckt

Knalleffekt im Zuge der Kontenöffnungen in Zusammenhang mit Hypo Alpe-Adria und Buwog: Der verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hat zu Lebzeiten ein erhebliches Vermögen bei zwölf Liechtensteiner Briefkastengesellschaften angehäuft. Konkreter: 45 Millionen Euro! Aktuell sollen noch fünf Millionen Euro auf den zugeordneten Konten liegen, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil".

Woher kam das Geld?
Sonderermittler aus Österreich, Deutschland und Liechtenstein seien auf 46 von Treuhändern eingerichtete Finanzvehikel gestoßen, von denen ein Dutzend Haider zugerechnet werden konnte. Woher das Geld kam, wohin es wanderte und wer in letzter Konsequenz davon profitierte, ist Gegenstand von Ermittlungen.

Viel Geld verspekuliert?
Ein erheblicher Teil des Geldes soll bereits vor Jahren verspekuliert worden sein. Die Behörden haben die Ermittlungsergebnisse zur Verschlusssache erklärt. "Es wurden zahlreiche Unterlagen von Gesellschaften beschlagnahmt", so der Vaduzer Staatsanwalt Robert Wallner. Namen will er keine nennen. Auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gibt sich bedeckt: "Es handelt sich um inhaltliche Fragen zu Ermittlungsergebnissen, die wir nicht kommentieren."

Petzner: "Schilling mit Euro verwechselt"
Aus dem Haider-Umfeld wurde schon länger berichtet, dass der Landeshauptmann Geld in Liechtenstein angelegt hatte und dass nur ein sehr kleiner Personenkreis davon wusste. "Dazu gebe ich keinen Kommentar ab", sagte sein ehemaliger Pressesprecher und nunmehriger BZÖ-Nationalrat Stefan Petzner.

"Ich kann mir die genannte Größenordnung nicht vorstellen. Ich glaube, dass eventuell Schilling mit Euro verwechselt wurden", meinte Petzner. Über die Herkunft oder den Verbleib des Geldes könne er nichts sagen. "Wenn es stimmt ist es nicht per se illegal."

Claudia Haider weiß von nichts
Claudia Haider, Witwe des verstorbenen Landeshauptmanns, erklärte, nichts von der Angelegenheit zu wissen: "Ich kann dazu nichts sagen". Die Frage, ob sie im Zuge des Erbschaftsverfahrens auf in Liechtenstein angelegtes Geld gestoßen sei, verneinte sie. Haider: "Es wurde bei der Erbschaft nichts angezeigt."

SPÖ, ÖVP und Grüne empört
"Vollkommene Klarheit und komplette Aufklärung der Tatbestände muss oberste Priorität haben", sagte SPÖ-Parteichef Peter Kaiser. Schließlich handle es sich um einen horrenden Geldbetrag. "Es wird immer sichtbarer, welch ein Sumpf sich um Haider gebildet hat", meinte ÖVP-Klubchef Stephan Tauschitz. Und dieser Sumpf gehört seiner Ansicht nach nun rasch trockengelegt. "Verdachtsmomente hat es immer schon gegeben, ich bin froh, dass die Justiz endlich durchgreift", erklärte Grünen-Landessprecher Rolf Holub. Nachsatz: "Ich nehme an, dass das erst der Anfang ist."

FPK-Parteichef Uwe Scheuch erklärte: "Ich garantiere, dass dieses Geld in keinem Zusammenhang mit meiner Partei steht." Persönlich habe er von Konten in Liechtenstein auch nichts gewusst. Es sei ja durchaus denkbar, dass es sich um Privatvermögen Haiders handle, so Scheuch.

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