21. Juli 2010 19:07
Die diskrete Liechtensteiner Centrum Bank versteht sich laut Eigendefinition
als „reine Privatbank für anspruchsvolle nationale und internationale
Kunden“. Zu letzteren zählt Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.
In der Selbstbeschreibung der Centrum Bank heißt es weiter: „Die Bank weist
stabile und klare Eigentumsverhältnisse auf und ist nicht börsenkotiert. Die
Mehrheit der Aktien wird von der Familie Marxer kontrolliert. Mitglieder der
Familie Marxer sind bereits in dritter Generation in der Unternehmensgruppe
tätig.“
Karibik-Connection
Centrum-Präsident Peter Marxer ist auch in den
Karibik-Geschäften von Bawag-Spekulant Wolfgang Flöttl kein Unbekannter.
Schon zur Zeit der ersten, noch erfolgreichen Karibikgeschäfte des
Milliarden-Zockers Flöttl fungierte Marxer als Repräsentant seiner
British-Virgin-Islands-Firmengruppe Chelsfield in Vaduz, und er ist es immer
noch.
Millionen-Kaution
Nun war Marxer auch führender Manager im
Firmengeflecht von Julius Meinl und seiner Bank. Nicht zuletzt flossen die
100 Millionen Kaution für Meinl über ein Konto der Centrum Bank.
Bemerkenswert ist, dass es Zahlungsflüsse im engsten Umfeld von Karl-Heinz
Grasser an Konten der Centrum Bank geben soll. Einerseits Honorare bzw.
Gewinnbeteiligungen aus seinem Engagement bei Meinl International Power
(MIP), andererseits aus mutmaßlichen Deals rund um Hypo
AlpeAdria-Genussscheine.
Die zeitlichen Zusammenhänge, insbesondere mit dem berühmten
Meinl-Grasser-Flöttl-Yachtausflug im August 2005 lassen vermuten, dass
Grasser damals eine Veranlagung seiner Gelder durch Flöttl ins Auge gefasst
haben könnte. Immerhin galt Flöttl zu diesem Zeitpunkt noch als höchst
erfolgreicher Banker – seine Bawag-Fehlspekulationen in der Höhe von
mehreren hundert Millionen Euro wurden erst im Herbst ruchbar.