Heikle Ermittlungen
2 Tote im Bauschutt: Jetzt geht es um grob fahrlässige Tötung!
OÖ. Am Tag nach dem Einsturz von zwei Decken in einem Gebäude in der Schärdinger Innenstadt sind am Mittwoch die Ermittlungen zur Unfallursache angelaufen. Um 6.00 Uhr war der Rettungseinsatz von Rotem Kreuz, Feuerwehr und Bundesheer offiziell beendet worden, nachdem die Bergung der Leichen abgeschlossen war. Laut Angaben der Polizei handelt es sich bei den Toten um zwei 23-jährige syrische Staatsangehörige - die sich im laufenden Asylverfahren befanden und eigentlich nicht arbeiten durften. Sie wurden anhand ihr Fingerabdrücke und Dokumente identifiziert. Eine Obduktion wurde angeordnet.
Die Polizei führe derzeit jedenfalls umfassende Ermittlungen und Vernehmungen im Umfeld der Firma und der Personen, die die Renovierungsarbeiten in Auftrag gegeben haben, durch, bestätigt die Exekutive in Oberösterreich.
Verschütteter Chef konnte sich selbst befreien
Bei der Baufirma handelt es sich um eine "rechtmäßige ortsansässige Firma". Es sei ein Einmannunternehmen, der Besitzer dürfte nach derzeitigen Erkenntnissen jene dritte Person sein, die sich selbst aus dem Schutt retten konnte. Zudem werde ermittelt, ob die Bauvorschriften fachgemäß eingehalten wurden.
Laut Gemeinde gab es für die Arbeiten am Unteren Hauptplatz keine Bauanzeige – ob eine solche für die vorgesehene Sanierung notwendig gewesen wäre, ist aber noch unklar. Die beiden Arbeiter und ihr Chef sollen sich zum Zeitpunkt des Unglücks entgegen den Erst-Infos nicht im Keller, sondern im Erdgeschoß auf der Rückseite des Hauses befunden haben. Das übrigens denkmalgeschützte Bürgerhaus ist unbewohnt, nur eine Buchhandlung befindet sich im Erdgeschoß.
Die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis hat inzwischen Ermittlungen wegen grob fahrlässiger Tötung eingeleitet, wobei ein Sachverständiger für Statik und Bauwesen beauftragt wurde, das Unfallgeschehen zu rekonstruieren und ob alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.
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