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48-Jähriger ersticht eigenen Vater

Mord in Schwechat

© Schwarzl

48-Jähriger ersticht eigenen Vater

Ein 48-Jähriger soll Donnerstag früh in Schwechat (Bezirk Wien-Umgebung) seinen Vater erstochen haben. Der Mann verständigte selbst die Polizei, dass sein Vater schwer verletzt im Einfamilienhaus liege und einen Notarzt brauche. Als Grund für die Bluttat habe der Mann einen Streit angegeben, teilte Leopold Etz vom NÖ Landeskriminalamt (LKA) mit.

Reanimationsversuche durch die Rettungskräfte waren vergeblich, das 78-jährige Opfer starb. Der Verdächtige zeigte sich geständig, sprach aber von einem psychischen Ausnahmezustand. Den Ermittlungen zufolge leidet er seit 2002 an einer Tinnituserkrankung, klagt über extreme Schlafstörungen und ist seit 2006 arbeitsunfähig.

Elf Stichverletzungen
Das Opfer wies elf Stichverletzungen am Oberkörper und an beiden Händen auf. Eine Obduktion wurde angeordnet. Die Tatwaffe war ein 30 Zentimeter langes Küchenmesser mit einer 17 Zentimeter langen Klinge.

Vater wollte Sohn beruhigen
Der Notruf des Verdächtigen war um 7.29 Uhr beim Stadtpolizeikommando Schwechat eingegangen. Der mutmaßliche Täter hatte in den Morgenstunden eine Tageszeitung geholt und beim Zurückkommen ins Elternhaus einmal mehr über die schlechte Luft durch die Schornsteine der Häuser in der Umgebung geklagt - nach Angaben des Landeskriminalamts glaubt er, dass Abgase sein Tinnitus-Leiden verstärken. Er begann in der Küche laut darüber zu schimpfen, Beruhigungsversuche der Mutter blieben vergebens.

Durch den Lärm wurde der Vater wach und versuchte ebenfalls, kalmierend auf seinen Sohn einzuwirken. "Unmotiviert oder in die Enge getrieben", wie das LKA meint, griff der Verdächtige zu einem Küchenmesser und stach damit mehrmals auf seinen Vater ein. Der 78-Jährige brach an Ort und Stelle zusammen, die Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr helfen.

Täter haftfähig
Der 48-Jährige wurde festgenommen, die Staatsanwaltschaft ordnete die Einlieferung in die Justizanstalt Korneuburg an. Da der Verdächtige einen psychischen Ausnahmezustand als Auslöser genannt hatte, wurde er vom Polizeiamtsarzt untersucht. Dieser bestätigte die Haftfähigkeit, stellte aber die Deliktfähigkeit des Mannes infrage. Dazu werden wohl Gutachten eingeholt werden, angezeigt werde er jedenfalls wegen Mordverdachts, sagte Chefinspektor Leopold Etz (LKA). In psychiatrischer Behandlung sei der Verdächtige nicht gewesen.

Die Mutter hatte die Bluttat gar nicht richtig mitbekommen, so Etz. Sie wurde in der Folge von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.
 

 

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