Crash auf A21

Crash auf A21

6 Tote - weil der Busfahrer eindöste

Sechs Tote, 34 teils schwer Verletzte (darunter eine schwangere Frau), stundenlange Autobahnsperre: Der Horror-Crash auf der A 21 bei Mödling in der Nacht auf Montag schockiert das Land.

Fest steht: Der "Todes-Bus“ war ein Linienbus mit deutschem Kennzeichen, der jeden Sonntag aus dem Kosovo nach München unterwegs ist - die Insassen waren in ihrer alten Heimat zu Besuch, um den Unabhängigkeitstag zu feiern. Am Montag sollten sie wieder ihre Jobs in München antreten...

Massenkarambolage: Fünf Fahrzeuge waren involviert
Erste Hinweise zur Unfallursache: "Wir gehen davon aus, dass der Bus ungebremst in einen slowakischen Lkw gekracht ist“, sagt Willi Konrath von der Sicherheitsdirektion NÖ. Das haben die Rekonstruktion am Unfallort und die technischen Untersuchungen der Fahrzeuge ergeben. Die wahrscheinlichste Ursache: Der Buslenker ist am Steuer eingenickt.

Fakt ist: Fünf Fahrzeuge waren am Unfall beteiligt. Laut einem rumänischen Lkw-Fahrer mussten ein Lastwagen und ein anderer Reisebus wegen einer Rauchwolke abbremsen. Der rumänische Lkw bremste ebenfalls, auf ihn prallte ein slowakischer Laster. Dann krachte ein deutscher Bus voller Kosovo-Albaner in den Lkw - der Lenker und die Insassen der ersten Reihe hatten keine Chance.

Am Unfallort bot sich den Einsatzkräften ein Bild wie bei einem Massaker: "Es war sehr schlimm, weil Tote zwischen Schwerverletzten lagen“, sagt Richard Feischl von der Feuerwehr Mödling. Die Bergung dauerte Stunden, die Unfallstelle war bis Montag 8.30 Uhr gesperrt.

Die Identität der Toten ist noch unklar. Laut Polizei könnte es sich um fünf Serben und einen österreichischen Buslenker handeln. Konrath: "Insgesamt sind im Bus vier Fahrer mitgefahren. Wir wissen nicht sicher, wer am Steuer saß.“ DNA-Analysen und gerichtliche Obduktionen sollen das klären.

Hochbetrieb in Spitälern Mödling und Baden
Die Verletzten wurden sofort in umliegende Spitäler in NÖ und Wien gebracht und erstversorgt. Im Krankenhaus Mödling auf der Unfallambulanz im ersten Stock wird der Sohn des getöteten Busfahrers behandelt. Der Überlebende sagt zu ÖSTERREICH: "Es war schrecklich. Ich glaube, dass der Lkw-Fahrer einen Sekundenschlaf hatte. Ich brauche jetzt erst einmal Ruhe, um das alles zu verkraften.“

Am Dienstag will die Polizei die Identität der Toten und neue Details zur Unfallursache veröffentlichen.

Lesen Sie auf Seite 2: Unglück - schon wieder zwei Ost-Lkws verwickelt

Die Außenringautobahn ist am Limit gebaut – noch extremer und sie wäre nicht als Autobahn zugelassen.

Die A 21 (Außenringautobahn) ist von Lenkern gefürchtet: Die Strecke verleitet viele zum Rasen, die vielen Kurven machen sie unübersichtlich.

Billig-Highway
"Sie entspricht gerade noch den Normen einer Voll-Autobahn“, so ein Verkehrsexperte. Nachsatz: Wären die Kurven noch enger und die Breite der Straße noch schmäler, dann wäre sie nicht für den Autobahnverkehr zugelassen.

Der Highway wurde also als „Billigst-Autobahn“ gebaut. Einige Sicherheitsvorkehrungen wurden aus finanziellen Gründen einfach ausgelassen.

Überholverbot
"Wichtig wäre ein Fahrverbot für Lkws auf den zweiten und dritten Fahrstreifen“, fordert ein Verkehrsplaner. „Das würde Crashs mit Schwerfahrzeugen weiter minimieren“, verweist er auf ähnlich kritische, aber bereits entschärfte Abschnitte auf der West- und Süd-Autobahn. Dort liegen die Unfallzahlen mit Brummis beinahe bei null.

Schrott-Lkws
Zusätzliche Gefahr sind die Schrott-Lkws und ihre übermüdeten Fahrer. Die Lenker werden zum Teil gezwungen, knapp 20 Stunden ohne Pause zu fahren.

Von insgesamt zwölf Millionen Lkws, die jedes Jahr über unsere Autobahnen brausen, dürften 2,4 Millionen wegen gravierender Mängel gar nicht mehr auf unseren Straßen fahren.

Vier von fünf Schwertransportern werden entweder wegen abgefahrener Reifen, defekter Bremsen oder Radaufhängungen von den Behörden beanstandet oder abgestellt. Schockierend der Anteil ausländischer Brummis – laut ÖAMTC hat die Hälfte aller Laster ausländische Nummern, der Anteil ihrer Schrottbrummis – mehr als 50 Prozent.

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