Aichhorn-Haus: StA stellt Verfahren ein

"Keine neuen Beweismittel"

Aichhorn-Haus: StA stellt Verfahren ein

Die Staatsanwaltschaft Wien hat im Zusammenhang mit neuerlichen Sex-Vorwürfen gegen das in Wien-Hietzing etablierte und vom "Verein für sozialpädagogisch-therapeutische Betreuung" betriebene August Aichhorn Haus das Verfahren gegen fünf Verdächtige eingestellt. Behördensprecherin Michaela Schnell bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des "Ö1 Morgenjournals".

Verdacht nach Zeugeneinvernahme nicht erhärtet
"Neben den Beschuldigten sind 20 Zeugen vernommen worden. Die Einvernahmen haben nichts Neues zutage gebracht. Die Anschuldigungen haben sich in keinster Weise erhärten lassen. Es gibt keine neuen Beweismittel", betonte Schnell.

Die Anklagebehörde hatte seit April 2010 neuerlich gegen den mittlerweile 58-jährigen Chef einer Reinigungsfirma, den Heimleiter und drei ehemalige Erzieher wegen Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauchs, Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und sexueller Belästigung ermittelt, nachdem der Unternehmer bereits in zwei vorangegangen Prozessen teilweise im Zweifel freigesprochen worden war. Basis der neuen Untersuchungen war eine Sachverhaltsdarstellung der Stadt Wien, an die sich zwei ehemalige Heimbewohner und ein Lehrer gewandt hatten.

Firmen-Chef soll Jugendliche missbraucht haben

Dieser Darstellung zufolge soll der Unternehmer Jugendliche zunächst für Putztätigkeiten angeworben und in weiterer Folge missbraucht haben. Die Burschen seien dann auch zu privaten Sexpartys gebracht und systematisch missbraucht worden, hieß es.

Für diese Behauptungen fanden sich keine Beweise. Im Gegenteil, wie Behördensprecherin Schnell darlegte: "Von den Zeugen hat ein Teil die Vorwürfe dezidiert bestritten. Ein anderer Teil hat sich der Aussage entschlagen. Die dritte Gruppe hat für die Beschuldigten Partei ergriffen." Der wichtigste Zeuge wiederum, der angegeben hatte, er sei mit verbundenen Augen in verschiedene Wiener Wohnungen gebracht und dort von mehreren Männern gequält worden, war einem psychiatrischen Gutachten zufolge nicht unbedingt glaubwürdig. Der Sachverständige hatte in seiner Expertise die Aussagefähigkeit und -tüchtigkeit des angeblichen Opfers bezweifelt.
 

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