31. Mai 2010 18:31
Im Fall der bei Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) ermordet aufgefundenen
bulgarischen Prostituierten gab es vorerst keine zielführenden Hinweise. Es
sei noch "nichts Passendes" dabei, sagte Chefinspektor Leopold Etz vom
Landeskriminalamt NÖ am Dienstagnachmittag. Intensive Ermittlungen würden
fortgesetzt.
Das jüngste Opfer einer unheimlichen Mordserie wurde am Montag
identifiziert: Es handelt sich um die 24-jährige Bulgarin Petya Milkova
Filkova. Die junge Frau hatte seit zwei Jahren als Prostituierte
auf der Äußeren Mariahilfer Straße beim Westbahnhof gearbeitet. Am Freitag
wurde sie dort zuletzt gesehen, seither fehlte jede Spur – am Sonntag wurde
ihr verkohlter Körper bei Hohenruppersdorf (Bezirk Mistelbach) nackt auf
einem Feldweg gefunden. Seither herrscht Angst im Prostituiertenmilieu: Denn
der schockierende Fall reiht sich in eine Serie von bisher ungeklärten
Fällen, die bis ins Jahr 2005 zurückreicht: Damals wurde nahe der
Südautobahn bei Graz der verbrannte Körper einer Unbekannten entdeckt, die
erschlagen, dann verstümmelt und angezündet worden war. Ihre Identität ist
bis heute nicht geklärt.
Verstümmelt.
Das nächste Mal schlugen der oder die
Feuer-Killer dann 2007 zu: Bei Asparn an der Zaya, unweit der Brünner
Straße, fanden Spaziergänger die ebenfalls verkohlte Leiche der
Prostituierten Katerina Vavrova. Die 23-Jährige war zuvor von ihrem
Standplatz im Wiener Prater verschwunden. Ihr hatte der Mörder die Hände
abgeschnitten. Schließlich 2008 Fall Nummer drei: Bei Völkermarkt wird eine
Frau misshandelt, erschossen und angezündet.
Alle Opfer werden dem Rotlichtmilieu zugeordnet. Vor der Identifizierung der
jungen Bulgarin Filkova hatte die Polizei bereits mit Hochdruck im
Prostituiertenmilieu recherchiert. Mordermittler Klaus Preining: „Wir
verfolgten mehrere Spuren. Irgendwo musste die Frau ja fehlen.“
Klar ist: Der Killer von Hohenruppersdorf muss sehr vorsichtig vorgegangen
sein, denn in der Nähe des Fundortes hat niemand ein verdächtiges Auto
gesehen. Tatsächlich wurde Filkova aber mit einem Wagen dorthin
transportiert. Der genaue Todeszeitpunkt ist weiterhin unklar.
Soko.
Den Fahndern stellt sich nun vorerst die Frage, ob es
sich um einen irren Serientäter oder um eine mafiöse Zuhälterbande handelt,
die durch Mord und Verstümmelung Exempel statuiert. Abgehackte Hände könnten
auf die Bestrafung einer Diebin hindeuten, abgeschnittene Ohren auf eine
Warnung an Prostituierte, die vielleicht zu viel gehört haben. Nun wird
überlegt, ob in der Causa eine Sonderkommission gegründet wird. Diese könnte
auch ähnliche Fälle im benachbarten Ausland auf mögliche Zusammenhänge
untersuchen.
Eine Serie.
Der steirische Mordermittler Anton Kiesel: „In
Ungarn gab es eine Serie von Prostituiertenmorden. Auch diese Frauen wurden
angezündet.“