Blutbad aus Angst vor Zwangseinweisung

Doppelmord an Eltern

Blutbad aus Angst vor Zwangseinweisung

Man muss kein Jurist, kein Psychiater und erst recht kein Prophet sein: Doch schon zwei Tage nach dem schrecklichen Blutbad in Deutsch-Wagram mit zwei Toten und einer Schwerverletzten deutet vieles darauf hin, dass der dringend tatverdächtige Sohn Milan A. (36) im Wahn zugestochen hat. Er hatte Angst vor einer Zwangseinweisung in eine Nervenklinik durch seine Familie.

Milan A. war schon einmal eingewiesen worden. Wegen einer gefährlichen Drohung saß er bis 2013 vier Jahre in der Spezialanstalt Göllersdorf ein. Diagnose: bipolare Störung. Nach seiner bedingten Entlassung schien er medikamentös gut eingestellt gewesen zu sein. Jahrelang ging alles gut.

Doch erst vor Kurzem ist seine Medikation umgestellt worden. Er veränderte sich merklich. Am Samstagabend passierte dann das Unfass­bare: Als seine Schwiegermutter auf ihrem iPad herumdrückte, glaubte er plötzlich, sie suche schon nach einem Zimmer in der Landesnervenklinik. Der 36-Jährige witterte ein Komplott, griff zu einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser und lief Amok. Sein Vater Dule A. (55) und seine Stiefmutter Djufa A. (52) starben, seine Ehefrau Nataša A. (38) wurde schwer verletzt.

Sein Verteidiger:
 "Er streitet nicht ab"

Jurist Manfred Arbacher-Stöger (Kanzlei Rifaat) wird den Serben vertreten: „Er gibt die Tat nicht zu, streitet aber auch nicht ab“, sagt er. Berichte, wonach Milan A. nach der Tat seinen Sohn als Geisel genommen habe, wies er zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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