Bombengeschäft mit der Silversternacht

Böller beschlagnahmt

© Köchler

Bombengeschäft mit der Silversternacht

400 Kilo Feuerwerkskörper hatte ein Tiroler in Volders im Keller eines Hauses, in dem zehn Familien wohnen, gelagert. „Die Kartons mit den Raketen und Böllern lagen ungesichert und für jeden zugänglich hinter Hausrat. Nicht auszudenken, wenn hier jemand unabsichtlich gezündelt hätte“, sagt Klaus Plattner von der Bezirkshauptmannschaft.

Die Knaller enthielten rund 80 Kilo Schwarzpulver – eine Bombe, die enormen Schaden anrichten und Menschenleben fordern hätte können. Plattner: „Der Mann wollte die Ware an einem Stand vor einem Supermarkt verkaufen. Er wurde wegen fahrlässigen Lagerung angezeigt, die Ware beschlagnahmt.“

Keine Genehmigung
Am Montag öffnete die Polizei auch in Gries am Brenner einen Container, indem sich 200 Kilo pyrotechnischer Artikel der Klasse II befanden. Diesmal fehlte die Genehmigung, hier an Ort und Stelle die Feuerwerkskörper zu verkaufen. Die Knaller wurden ebenfalls aus dem Verkehr gezogen. Der Händler angezeigt.

Billigbomber
Noch mehr Sorgen als der fahrlässige Umgang mit handelsüblichen Böllern bereitet den Behörden die Billigware aus illegalen Läden wie etwa im Niemandsland bei Kleinhaugsdorf. Nationalratsabgeordneter Johann Maier aus Salzburg warnt Käufer eindringlich: „Diese Billigbomben sind reine Ausschussware, die keinerlei Sicherheitsanforderungen erfüllen.“ Maier will überhaupt strengere Gesetze bei der Abgabe von Krachern, Raketen und Böllern. Außerdem sollten sie, so wie in Deutschland, nur vom 29. bis 31. Dezember verkauft werden dürfen.

1.000 im Spital
In der Silvesternacht des Vorjahres verletzten sich 36 Menschen durch Böller schwer – dazu kamen 49 gerichtliche Anzeigen wegen Körperverletzung. Noch mehr Menschen, nämlich geschätzte 1.000 Österreicher, suchten nach der Neujahrsnacht die Ambulanzen auf, weil sie schwere Hörschäden davontrugen. Messungen ergaben: Silvesterknaller sind lauter als Düsenjets.

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