30. April 2010 20:30
Die Tour der Schwarzafrikaner aus Guinea bzw. Guinea-Bissau war immer
dieselbe und wurde der Drogen-Gang am Ende auch zum Verhängnis: Die
Rauschgiftkuriere reisten nach Rotterdam, verbrachten dort ein paar Tage und
kamen per Bus, Zug oder Mietauto wieder zurück nach Wien.
Im Reisegepäck – stets ein kleiner grau-schwarzer Reisetrolley – waren aber
nicht nur (Schmutz-)Wäsche und Reisemitbringsel, sondern unter einem
eingebauten doppelten Boden auch Drogen; die von der Wiener und Grazer
Suchtgiftszene bereits sehnlichst erwartet wurden.
Auf einen Schlag
Seit vergangenem März ging die Polizei bereits
gezielt gegen die Afrikaner-Gang vor und beschlagnahmte immer wieder
Lieferungen – einmal sogar 19 Kilo Heroin
auf einen Schlag in einer Bunkerwohnung in der Bundeshauptstadt.Die
Verdächtigen änderten daraufhin ihre Strategie nur minimal, weiß Wolfgang
Preiszler, Chefermittler der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der
Straßenkriminalität: „Sie haben dann nur noch Mengen von eineinhalb Kilo pro
Schmuggeltour transportiert.“

Trolley mit doppeltem Boden / Foto: Polizei
Im Falle eine Razzia sollte so der Verlust möglichst gering gehalten werden.
Zudem setzten die Afrikaner als Boten jetzt nicht nur mehr ausschließlich
Landsleute, sondern auch Polen und Rumänen ein – die mit den Trolleys an der
Hand aber auch regelmäßig in Polizeikontrollen (z.B. in Zügen in
Oberösterreich) gerieten.
Die Polizeibilanz gegen die Guinea-Bande kann sich sehen lassen: Seit März
2009 wurden insgesamt 40 Drogenkuriere und Dealer festgenommen. Die EGS
konnte obendrein 78 Kilo Heroin, drei Kilo Kokain, fünf Kilo Marihuana und
ein Kilo besonders reines asiatisches „weißes Heroin“ sicherstellen.
(Straßenverkaufs-)Wert des abgefangenen Suchtgifts: mindestens acht
Millionen Euro. Die Oberbosse der Connection sitzen übrigens gar nicht in
Österreich, sondern dirigieren ihre Drogensoldaten – die ihre
Ausreisekredite langsam abstottern müssen – von Afrika aus.