08. März 2010 17:10
Bereits im November des Vorjahres haben Polizisten des Landeskriminalamtes
Salzburg drei Dämmerungseinbrecher aus Serbien in der Stadt Salzburg
festgenommen. Nach umfangreichen Ermittlungen werden ihnen 57 großteils
vollendete und teils versuchte Einbruchsdiebstähle in Einfamilienhäusern in
Salzburg und Oberösterreich von Juni bis November 2009 angelastet. Der Wert
der Beute - vorwiegend Schmuck, Uhren und Bargeld - beträgt laut Polizei
822.972 Euro, der verursachte Schaden 139.623 Euro.
Bande
Die Ermittler gehen davon aus, dass einige Bandenmitglieder
flüchten konnten. Zwei weitere Tatverdächtige wurden zwar ausgeforscht, eine
konkrete Tatbeteiligung konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, hieß es in
einem Bericht der Sicherheitsdirektion von heute, Montag.
Die von der Bande ausgewählten Häuser befanden sich in Stadt Salzburg, im
nördlichen Flachgau, im Tennengau, Pongau, Innviertel und im Salzkammergut.
Die Polizei nahm das Trio im Alter von 29, 30 und 35 Jahren nach einem
Einbruch in Pfaffstätt bei Mattighofen (Bezirk Braunau) am 13. November
fest. Die Verdächtigen wurden damals bereits von der Polizei observiert.
"Wir haben vermutet, dass sie für mehrere Dämmerungseinbrüche infrage
kommen. Das hat sich bewahrheitet. Seither ist die Zahl der
Einbruchsdiebstähle dort zurückgegangen", erklärte Gerhard Waltl vom
Landeskriminalamt im APA-Gespräch.
Tresore
In vielen Fällen hatten die Einbrecher Tresore erbeutet,
diese in Waldgebieten in den Flachgau und die Stadt Salzburg verschleppt und
dort geöffnet. "Sie brachten die Tresore unmittelbar nach der Tat fast immer
wieder auf die selben Plätze, brachen sie auf und nahmen den Schmuck und das
Bargeld heraus. Anschließend versenkten oder entsorgten sie die Tresore", so
Waltl.
Hausdurchsuchung
Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des
35-Jährigen stellte die Exekutive einen Großteil der Beute sicher. Gefunden
wurde auch eine Pistole der Marke "Star", deren Herkunft unklar ist. Die
Schmuckstücke und Uhren wurden katalogisiert und, so weit möglich, den
Besitzern übermittelt. Doch nicht alle Wertgegenstände konnten zugeordnet
werden. "Es fehlte ein Tatort", sagte Waltl. "Sie wurden entweder von den
Geschädigten nicht erkannt oder stammen von weiteren Einbrüchen." Ein Teil
sei unter der Hand verhökert oder ins Ausland gebracht worden, vermutete der
Kriminalbeamte.
Die Drei sitzen nun in der Justizanstalt Salzburg in U-Haft und warten auf
ihren Prozess. Sie sind teilweise geständig. Den mutmaßlichen Tätern wurden
drei DNA-Treffer zugeordnet. Aufgrund einer DNA-Spur wird einem der
mutmaßlichen Täter ein Wohnungseinbruch in Wien vom 14. Juli 2008
angelastet. Die Verdächtigen sind im Schengener Raum bereits wegen
Eigentumsdelikte vorgemerkt. Bei ihnen wurden zudem gefälschte bulgarische
Reisedokumente sichergestellt.