07. März 2010 21:32
Eine Schlagzeile im Internetportal des deutschen Massenblattes „Bild“
schreckte am Wochenende auch in Österreich die große Fangemeinde eines
Kultstars auf: „Porno-Erpresser filmten Falco heimlich im Bordell!“ stand da
als „Hammermeldung“. Und: „Zwei Frauen in 34 Minuten – mit versteckter
Kamera beobachtet“.
Quintessenz der Nachricht: Der 1998 tödlich verunglückte Popstar sei in den
späten achtziger Jahren mit zwei Prostituierten im Separeé einer Wiener Bar
ohne sein Wissen gefilmt worden. In grobkörnigem Schwarz-Weiß zeige das
Video, dass Hans Hölzel wusste, was Frauen gefällt.
Gürtelkönig hatte Kamera versteckt
Angeblich sollte der
Sänger später für die Aushändigung des kitzligen Materials zahlen. Sicher
ist: Jetzt wird das Video von einer Hamburger Produktionsfirma „um einen
hohen fünfstelligen Eurobetrag angeboten. Das Offert erging auch an „Bild am
Sonntag“. Die Reaktion dort: „Wie blöd muss jemand sein, der denkt, einen
toten Rockstar aufs Grab spucken zu können?“.
Die Frage ist gut – lässt aber andere offen: Gibt es das Video wirklich? Und
wer steckt hinter der unappetitlichen Aktion? ÖSTERREICH hakte nach und
erreichte Falcos Ex-Manager Ronnie Seunig in Australien. Dessen Kommentar:
„Ja, ich weiß von dem Film. Er wurde auch mir nach Falcos Tod um viel Geld
angeboten. Ich hab die Typen weggeschickt und auch der Hans hätte für so was
nie bezahlt.“
Recherchen im Rotlicht ergeben: Ein früherer Gürtelkönig hatte Kameras in
Separeés, weil er Polizisten, die Gratissex wollten, gern unter Druck
setzte. Und bei der Eröffnung der City-Bar „Amadeus“ dürfte Falco in die
Falle getappt sein. Weil er nach einer starken halben Stunde im Separeé aufs
Bezahlen der Mädchen vergaß und auch eine gewaltige Wodka-Zeche schuldig
blieb, wollte der Gastronom offenbar mit Nachdruck kassieren. Jetzt hat er
selbst eine Rechnung offen. Mit dem Strafgesetz.