Fünf cm Neuschnee mitten im Sommer

Wintereinbruch nach Hitze

Fünf cm Neuschnee mitten im Sommer

Der Winter hat am Samstagnachmittag im Salzburger Pinzgau auf 2.000 Meter Seehöhe mit einem kurzen Gastspiel vorbeigeschaut. Ein Gewitter im Bereich der Großglockner Hochalpenstraße brachte Schneefälle, die Mautstraße wurde gegen 16.30 Uhr gesperrt. "Jetzt schneit es noch ein bisschen. Zwei Schneepflüge sind unterwegs, die machen alles frei. Morgen in der Früh wird wieder aufgesperrt", sagte ein Mitarbeiter der Mautstelle Ferleiten.

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Ausflügler sitzen fest
Nicht nur auf der Großglockner Hochalpenstraße, auch auf anderen Gebirgsstraßen schoben Schneepflüge am späten Samstagnachmittag die weiße Pracht weg. Laut ORF-Landesstudio Salzburg wurden Mitarbeiter des Verbundkonzerns und Touristen bei der Kraftwerksgruppe Kaprun im Pinzgau vom Neuschnee überrascht. Etwa 80 Leute würden beim Mooserboden festsitzen, weil Busse nicht fahren konnten, hieß es.

Schneefälle dauern an
Auf den Weiden der Ebmatten-Alm im Kapruner Kraftwerksgebiet liegen fünf Zentimeter Schnee, berichtete eine Sennerin. "Weiter oben beim Mooserboden dürften es deutlich mehr sein." Es könnte noch bis zum Abend dauern, bis die Straße schneefrei ist.

"Die Schneefälle werden am Abend abklingen", prophezeite sagte Michael Butschek von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg. "Von Südwesten her wird es allmählich trockener, in der Nacht reißt es auf", sagte er.

Heftiger Temperatursturz
"Gestern um diese Zeit hatten wir in der Stadt Salzburg noch 35 Grad, jetzt steuern wir auf zehn Grad hin", veranschaulichte Butschek den krassen Temperaturunterschied innerhalb von 24 Stunden. Nach Auflösung von Nebelfeldern in den Gebirgstälern werde morgen ein sonniger Tag, mit Höchsttemperaturen bis zu 24 Grad, erklärte der Meteorologe. Im Lungau muss man sich Sonntag in der Früh bei nur drei Grad allerdings noch warm anziehen. Auch dort steigen untertags die Temperaturen. In 3.000 Meter Seehöhe soll das Thermometer laut Wettervorhersage immerhin auf plus fünf Grad klettern.

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Drama am Dachstein: SChnee überrraschte Kletterer
Gleich drei Klettergruppen sind am Samstag vom Schlechtwettereinbruch am Dachstein überrascht worden. Eine Seilschaft wurde relativ rasch mit der Seilbahn in Sicherheit gebracht, die beiden anderen konnten dann am Abend vom ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 14 und dem Polizeihubschrauber aus Salzburg gerettet werden, wie der Touring-Club in einer Aussendung mitteilte.

   Gegen 16.00 Uhr setzten zwei Kletterer aus Budapest einen Notruf ab. Sie steckten auf der Dachstein Südwand am Pichlweg im Neuschnee fest und konnten weder vor noch zurück. Aufgrund der schweren Gewitter, die über die Region niedergingen, konnten die Hubschrauber zunächst nicht starten. Um 18.30 Uhr, als sich die Wettersituation gebessert hatte, starteten der ÖAMTC-Notarzthubschrauber sowie ein Helikopter der Polizei Salzburg.

   Kurz nach 19.00 Uhr begann die Bergung der beiden Ungarn. Wegen des unmittelbar bevorstehenden Einbruchs der Nacht entschloss sich der Christophorus 14-Pilot beide Bergsteiger mittels Taubergung aufzunehmen. Unterkühlt aber unverletzt wurden sie eine halbe Stunde später ins Krankenhaus Schladming geflogen.

   "Das war buchstäblich Rettung in letzter Sekunde", so der Pilot. "In der Wand hätten die beiden die Nacht sicher nicht überlebt". Auch für zwei Tschechen, die vom Schnee im August überrascht worden waren gab es ein Happy End: Sie wurden vom Polizeihubschrauber aufgenommen.
 

Boote in Seenot auf dem Neusiedler See
Zahlreiche Boote sind am Samstagnachmittag auf dem Neusiedler See in Seenot geraten. Als gegen 15 Uhr starker Wind aufkam, der sich rasch zu einem veritablen Sturm entwickelte, schafften es nicht mehr alle Boote rechtzeitig ans Ufer. Bei der Landessicherheitszentrale Burgenland gingen in Folge laufend Notrufe ein. Sämtliche verfügbaren Boote von Feuerwehr, Polizei und Wasserrettung rückten daraufhin zu Rettungseinsätzen aus.

 Samstagnachmittag herrschte auf dem gesamten Neusiedler See Sturmwarnung. Laut Landessicherheitszentrale waren vor allem Elektroboote, Tretboote und Segler betroffen, die zum Teil ins Schilf abgetrieben wurden und dort hängen blieben. Über mögliche verletzte oder vermisste Wassersportler konnte man Samstagabend noch keine Angaben machen.
 

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