Rattengift

Rattengift

Polizei jagt feigen Hundemörder

Ein Hundehasser treibt in Oberösterreich sein Unwesen: Bereits zwei Rasse- und zwei Mischlingshunde sind in Leonstein bei Grünburg (Bezirk Kirchdorf) vergiftet worden. Die erst zehn Monate alte Bea fraß von dem Köder, der vermutlich mit Rattengift präpariert wurde – und ging elendig zugrunde: Durch Rattengift wird die Blutgerinnung gestört. Das Blut wird extrem dünnflüssig, die Tiere verbluten innerlich.

Die Tierärztin konnte die reinrassige bayrische Gebirgsschweißhündin nicht mehr retten. Ihr Besitzer Wolfgang Überwimmer erzählt: „Ich habe sogar alles eingezäunt, damit sie nicht überfahren wird, und jetzt das.“ Er muss sich jetzt einen neuen Hund anschaffen, weil er ihn für die Jagd braucht. Der Rassehund ist aber teuer: 1.000 Euro kostet ein Welpe.

Lawinensuchhund Ares unter Beobachtung
Der zwei Jahre alte Ares leistet wertvolle Dienste als Lawinensuchhund. Doch das hat den Täter nicht davor abgeschreckt, einen vergifteten Köder auszulegen. Der Hund konnte rechtzeitig gerettet werden, aber er steht unter Beobachtung. „Die Blutwerte sind nicht so gut. Er hat noch eine Vitaminspritze bekommen“, erzählt sein Besitzer, der Bergretter Werner Strittl.

"Der hat was gegen Tiere"
ÖSTERREICH:
Wie geht es Ihrem Hund nach dem Giftanschlag?
Werner Strittl: Die Blutwerte sind nicht so gut. Er hat noch eine Vitaminspritze bekommen, und ich muss jetzt gut auf ihn aufpassen. Es war wohl Rattengift.
ÖSTERREICH: Haben Sie einen Verdacht, wer das getan haben könnte?
Strittl: Es wird schon viel geredet, aber ich halte mich zurück. Ich will niemanden beschuldigen, bevor man es nicht sicher weiß. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand aus unserer Siedlung war. Hier leben nur Tierfreunde.
ÖSTERREICH: Wie könnte man so eine Vergiftung verhindern?
Strittl: Wenn jemand das machen will, kann er das ungehindert tun. Wenn er in der Nacht mit dem Auto hier durchfährt und was über den Zaun wirft, kann ich nichts dagegen tun. Ich kann das Grundstück ja nicht rund um die Uhr bewachen.
ÖSTERREICH: Warum macht das jemand?
Strittl: Es gibt viele Hunde hier, aber es gibt keine Kläffer. Und kein Hund hat jemanden gebissen. Ich glaub, der hat einfach was gegen Tiere oder er ist mit seinem Leben unzufrieden und lässt das an den Tieren aus.

Warnungen vor Täter via Facebook
Nun warnen die Hundefreunde einander über Facebook vor den heimtückischen Anschlägen. Viele Grünburger haben sich bei der Polizei gemeldet, alle Hinweise werden überprüft. „Es ist sehr schwierig. Wir beobachten die Gegend verstärkt. Vier Vergiftungen – das kann kein Zufall sein“, heißt es bei der Polizeiinspektion Molln.

Die Polizei hat bereits sämtliche Nachbarn der Hundebesitzer befragt und suchte nun Geschäfte auf, in denen man Rattengift kaufen kann. Aber: Bisher gibt es noch keine konkrete Spur zum Täter.

Rattengift ist zudem sehr leicht erhältlich, obwohl es auch eine große Gefahr für Kinder darstellt. Derzeit wird eine Probe von dem verendeten Welpen in ­einem Speziallabor in Deutschland untersucht. Ein endgültiges Ergebnis gibt es erst in einer Woche.

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