29. Juli 2010 22:13

Riss von Familie aus 

Kätzchen Lea "trampte" 400 Kilometer

400 Kilometer legte die schwarze Hauskatze Lea auf ihrer Abenteuer-Tour durch Österreich zurück. Seit Donnerstag ist sie wieder daheim.

Kätzchen Lea "trampte" 400 Kilometer
© icegirl.at
Kätzchen Lea "trampte" 400 Kilometer

Das Abenteuer ist zu Ende. Katze Lea, Spezialistin für Langstrecken, ist wieder daheim bei ihrer Besitzerin Jasmin Wailand (26) und deren 20 Monate alten Sohn Pascal.

Lea hat eine irrwitzige Tour quer durch Österreich unternommen. Samstag vor einer Woche war sie aus Wailands Wohnung in Graz ausgebüxt – via Fenster im zweiten Stock.

"Wie vom Erdboden verschluckt"
Tränen bei Jasmin und Pascal: Sie hatten die schwarze Katze erst einen Monat davor gemeinsam mit deren Schwester Lara aus dem Grazer Tierschutzhaus „Arche Noah“ geholt. Die Suche in der Umgebung blieb erfolglos. Auch auf die Such-Plakate reagierte niemand. „Die Katze war wie vom Erdboden verschluckt“, erinnert sich Wailand.

Zehn Tage später in Innsbruck: Passanten fällt eine Katze auf, die völlig orientierungslos und laut schreiend durch die Gassen läuft. Sie geben sie bei Inge Welzig vom Innsbrucker Tierschutzverein ab. „Wir hatten Glück. Die Katze hatte einen Chip und war auch im Computer registriert.“

Katze war als blinder Passagier unterwegs
Welzig staunte nicht schlecht als sie sah, woher die Katze kam – aus Graz. Unglaublich: 400 Kilometer hatte die Marathon-Katze zurückgelegt, bis sie nach Innsbruck gelangt war. Wie ist es zu erklären, dass Katzen einen so weiten Weg zurücklegen? „Sie muss ein Stück als blinder Passagier in einem Fahrzeug mitgefahren sein“, so Welzig. „Vielleicht in einem Zug, die Familie wohnt ja in der Nähe vom Bahnhof in Graz. Anders kann ich mir diesen weiten Weg nicht erklären.“

Über die „Arche Noah“, wo Lea registriert war, erfuhr Welzig, dass die einjährige Katze nun der Familie Wailand gehört. Diese hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt, ihre Katze zurückzubekommen – und schon gar nicht aus Tirol. „Ich hab gedacht, ich bin im falschen Film, als beim Anruf Tiroler Dialekt gesprochen wurde“, so Wailand.

Am Donnerstag brachte Welzig Lea dann persönlich bei Familie Wailand vorbei. Die Katze durfte diesmal die ganze Strecke im Auto zurücklegen. Die Wiedersehensfreude war bei Mutter und Kind riesig. Und die Katze tat endlich, was Katzen normalerweise tun: fressen und schlafen.


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