Sonderthema:
Kartnig:

6.30 Uhr Aufstehen

Kartnig: "Mein Leben 
im Kloster"

Für einen Tag kehrt Hannes Kartnig heute nach Graz zurück. Die Geschäfte rufen, wie er sagt: „Ich muss ja Geld verdienen.“ Doch schon morgen geht es wieder zurück zu seiner Ehefrau Claudia nach Schärding in Oberösterreich. Im Kurhaus der Barmherzigen Brüder will er dann gemeinsam mit ihr bis Ende der Woche abschalten. Um wieder Kraft nach dem Hammer-Urteil (5 Jahre Haft, 6,6 Mio. Euro Geldstrafe – nicht rechtskräftig) zu tanken.

Diashow Urteil im Kartnig-Prozess

Urteil gegen Hannes Kartnig

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Urteil im Kartnig-Prozess

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Urteil im Kartnig-Prozess

Urteil gegen Hannes Kartnig

Urteil im Kartnig-Prozess

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Kartnig wird nach einem strengen Tagesablauf leben: 6.30 Uhr Tagwache, Frühstück. Danach Kneippkuren, entspannungsfördernde Salzwickel, belebende Aufgüsse in der Sauna und vor allem viel Bewegung. Sogar Basenfasten und Yoga tut sich der ehemalige Fußball-Zampano an. Im Kurhaus am Inn büßt Kartnig seine Sünden ab. „Die Barmherzigen Brüder sind sehr nett“, erzählt Kartnig im Interview mit ÖSTERREICH. „Jetzt muss ich ganz besonders auf meine Gesundheit schauen. So eine Ungerechtigkeit muss man erst einmal verkraften.“

Hammer-Urteil macht den Ex-Sturm-Boss krank
Ungerechtigkeit? Kartnig kann noch immer nicht glauben, dass er so eine hohe Strafe ausgefasst hat. Der Ex-Sturm-Präsident erregt: „Für Totschlag kriegst du in Österreich fast eine mildere Strafe als ich. Ein Menschenleben ist heutzutage weniger wert als hinterzogenes Geld. Das ist doch alles ein Witz, was da bei Gericht passiert ist.“
Kartnig vermutet, dass ihn der Staatsanwalt im Prozess „vernichten“ wollte. „Nur so kann ich mir das Urteil erklären“, sagt er. Gleichzeitig hofft er auf die Berufung, die seine Anwälte beim Obersten Gerichtshof einbringen. Aber zuvor ist Müßiggang im Kloster angesagt!

 

ÖSTERREICH: Herr Kartnig, wie ist das Leben im Kloster?
Hannes Kartnig: Nett. Die Barmherzigen Brüder sind wirklich sehr nett. Ich war ja selbst Ministrant und kenn mich ein bissl aus.

ÖSTERREICH: Wie schaut denn so ein Tagesablauf aus?
Kartnig: Ich stehe um 6.30 Uhr auf. Dann lebe ich nach einem strengen Tagesprogramm. Kneippkuren, Basenfasten, Bewegungstherapie. Dazu Yoga und Massagen. Ich muss etwas für meinen Körper tun, sonst hole ich mir eine Krankheit. Man sieht es mir vielleicht nicht an, aber das Urteil hat mich innerlich gebrochen.

ÖSTERREICH: Wie oft geistern Ihnen die Bilder von der Urteilsverkündung im Gerichtssaal durch den Kopf?
Kartnig: Ständig. Die ganze Zeit. Der Staatsanwalt wollte alle vernichten. Allein seine untergriffigen Vorwürfe gegen die Verteidiger. ,Passen’S auf, schlafen’S net ein‘, hat er zu ihnen gesagt. Und der Staatsanwalt hat in Wahrheit auch alle anderen Angeklagten finanziell vernichtet. Wie soll bitte einer mit 1.600 Euro Pension diese Geldstrafe begleichen können? Das ist doch alles ein Witz, was da passiert ist.

ÖSTERREICH: Wie halten Sie sich selbst bei Laune?
Kartnig: Gott sei Dank kriege ich sehr viel Zuspruch von Menschen, die mir sagen, halten Sie durch, Herr Kartnig, das Urteil ist so ungerecht. Sie haben für den Sport so viel geleistet.

ÖSTERREICH: Was erwarten Sie sich von Ihrer Auszeit im Kloster?
Kartnig: Ich muss abschalten und versuchen, mit dem absurden Urteil klarzukommen. Dann gehe ich die Berufung an und hoffe auf Gerechtigkeit beim Obersten Gerichtshof. Ich halte mich auch selbst am Schmäh. Einmal am Tag will ich lachen, sonst ist mein Leben nichts mehr wert.

Autor: Walter Unterweger
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