22. Mai 2010 18:24
Nach einem der grausamsten Anschläge in Wiens Kriminalgeschichte spielt die
Rumänen-Mafia mit der Polizei offenbar Katz und Maus. Wie berichtet, soll
der Zuhälter „Cretu“ (Lockenkopf) Adrian N. am vergangenen Wochenende die
35-jährige Prostituierte Florentina M. vor einer Disco mit Benzin
überschüttet und angezündet haben (Es gilt die Unschuldsvermutung).
Die Rumänin weigerte sich, ihrem Landsmann für ihren Standplatz am
Straßenstrich in Penzing Schutzgeld zu zahlen. Als „Strafaktion“ setzte sie
angeblich „Cretu“ in Brand.
Während Florentina M. mit entstelltem Gesicht und Oberkörper ins AKH
eingeliefert wurde, entkam der mutmaßliche Schwerverbrecher in einem BMW.
Mittlerweile wird nach ihm in ganz Europa gefahndet – bisher ergebnislos.
Dafür erreichte die Schwester des Brandopfers ein Anruf: „Lebt Flori noch?“
– „Ja. Aber wer spricht?“ – „Sie wird nicht mehr lange leben. Und wenn du
den Mund nicht hältst, gilt das auch für dich.“
Die Schwester, ebenfalls am Strich in der Linzer Straße tätig, hat sofort
Anzeige erstattet. Beschützt fühlt sie sich deshalb nicht. Was nicht
wundert. Denn wurden Frauen von Adrian N. und seiner Rumänen-Gang bedroht,
versagte die Polizei schon mehrmals als Freund und Helfer.
Zweimal Feuer, weil das Opfer nicht gleich brannte
Laut
ÖSTERREICH-Infos aus dem Milieu führte sich „Cretu“ über Monate hinweg auf,
als gelten für ihn keine Gesetz. Einmal befahl er alle Sex-Girls (ohne
Zuhälter) der Linzer Straße zu einem Treff, um ihnen Schutzgeld (von jeder
100 Euro pro Woche) abzupressen.
Eine Anzeige versandete. Dann schlug er in Favoriten ein Peepshow-Mädchen
aus Rumänien blutig. Wieder kam er nicht in Haft. Was auch deshalb wundert,
weil der Gangster gern damit prahlte, dass er in seiner Heimat schon eine
19-jährige Frau erschlagen und in Deutschland eine Bank ausgeraubt hat.
Mit der Attacke auf Florentina M. bewies der Täter sein entsetzliches
Potenzial. Zeugen zufolge hielt er der schreienden Frau das Feuerzeug
zweimal an, weil sie nicht gleich brannte. Opfer „Flori“ wurde Freitag im
AKH aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt. „Es gibt nur eine gute
Nachricht“, sagt ihre Schwester: „Sie ist nicht blind.“
Polizei lässt Opfer im Stich
Spitzenpolizist Ernst Geiger leitet im Innenministerium die
Einsatztruppe gegen „organisierte Kriminalität“ (kurz: OK). Doch nach
spektakulären Erfolgen gegen georgische Einbrecherbanden und die
Wiener Gürtel-Mafia gerät der erfahrene Ermittler erstmals ins
Schussfeld der Kritik.
Der Grund: das furchtbare Treiben
einer organisierten Rumänenbande in Wien, das im Feueranschlag auf die
Prostituierte Florentina M. jetzt ihren Höhepunkt fand.
Mafiosi
bekannt. Denn die kriminelle Energie der Zuwanderer war schon vor der
Attacke bekannt. Im Kriminalkommissariat West liegt auch seit Langem
schon ein Organigramm der Ost-Mafiosi (Köpfe und Struktur) auf.
Wahnsinnstäter „Cretu“ wird dort der zweiten Ebene zugeordnet.
Nach
dessen Flucht kassieren jetzt andere Bandenmitglieder die völlig
verschreckten Prostituierten am Straßenstrich ab. Tenor: „Bevor wir
auch brennen, zahlen wir lieber.“ Macht das Beispiel Schule, werden
wohl bald auch Geschäftsleute zur Kassa gebeten. Denn Dirnen riet die
Polizei bisher nur: „Schreibt’s halt die Kennzeichen auf.“
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