18. August 2011 23:28
Er demonstriert bei klirrender Kälte für Flüchtlinge, engagiert sich als Bundespräses bei Kolping Österreich und kommuniziert mit seiner Pfarrgemeinde via Facebook: Gerald Gump, 41 Jahre jung und seit mehr als zehn Jahren Pfarrer von Schwechat, ist Priester aus Leidenschaft – und trotzdem unzufrieden. „Ich liebe meinen Job, aber ich habe das Gefühl, dass sich etwas ändern muss“, sagt Gump zu ÖSTERREICH.
„Vieles wird schon gelebt.“
Gump hat sich deshalb der Pfarrer-Initiative unter dem Wiener Ex-Generalvikar Helmut Schüller angeschlossen und unterstützt den „Aufruf zum Ungehorsam“, der jetzt die katholische Kirche entzweit. Insgesamt 300 Pfarrer in Österreich wollen das Ende des Zölibats, Frauen zur Priesterweihe, Laien als Prediger oder Kommunion für Geschiedene. Gump: „Viele Pfarrer leben diese Ideen schon, trotzdem blockieren diese nicht zentralen Fragen die Kirche.“
Vier Fragen von Schönborn
Schwechats Pfarrer war vergangene Woche auch dabei, als Kardinal Schönborn die Initiative zur Rede stellte. „Es war ein offenes Gespräch“, so Gump.
Bis zu einem zweiten Termin im Herbst müssen sich die Pfarrer jetzt unter anderem Gedanken zu Themen wie Gemeinschaft in der Kirche, Amtsverständnis, Ungehorsam und Gewissen machen. Ob es zu einer Einigung kommt, ist unklar: Helmut Schüller sagt: „Ich sehe den Konsequenzen ins Auge, wie immer sie aussehen.“
"Es muss sich etwas ändern"
ÖSTERREICH: Sie unterstützen den „Aufruf zu Ungehorsam“. Warum?
Gerald Gump: Ich liebe meinen Job und ich liebe es, Pfarrer zu sein. Ich habe aber das Gefühl, dass sich endlich etwas ändern muss. Mir geht es etwa um die Zulassung zum Priesteramt oder um Fragen der Sakramentenvorbereitung – da muss sich etwas tun. Es sind diese nicht zentralen Fragen, die blockieren. Ich kritisiere nicht Kardinal Schönborn persönlich – für die Grundideen ist Rom verantwortlich, dort liegt alle Macht.
ÖSTERREICH: Die Bischöfe und der Kardinal haben sich gegen die Ideen der Initiative ausgesprochen …
Gump: Als Pfarrer ist es meine Verantwortung, diese Sache zu unterstützen. Vieles ist in Bewegung, unser Aufruf ist ein erster Mosaikstein, dass sich etwas ändert.
ÖSTERREICH: Im Herbst folgt ein zweites Gespräch mit dem Kardinal …
Gump: Kardinal Christoph Schönborn hat den Priestern vier Fragen mit auf den Weg gegeben. Es geht um Themen wie die katholische Gemeinschaft oder um Ungehorsam. Bis zum Herbst soll sich jeder Einzelne darüber klar werden, wie er zur Kirche steht. Wir werden das auch intern besprechen.
ÖSTERREICH: Im Fall einer Nichteinigung: Bleiben Sie Pfarrer oder treten Sie aus der Kirche aus?
Gump: Fakt ist: Im Gespräch mit Schönborn war nicht davon die Rede, dass wir rausfliegen. Ich will dem zweiten Termin nicht vorgreifen – vorerst stelle ich mir diese Frage einfach noch nicht.
# Sie wollen den Menschen gehorchen.
# Papst und Bischöfe wollen JESUS CHRISTUS und dem HEILIGEN GEIST gehorchen.
Wenn die Menschen wüßten was gut ist für sie, hätte SICH GOTT, Mensch geworden in der Person JESU CHRISTI den grausamen Tod am Kreuz ersparen können.
Gruß
josef
* Das wäre nun aber wirklich besser gewesen, wenn es mit Bergpredigt gegangen wäre, und ohne Tod am Kreuz!
Gruss
martin
Ihre Themen muss sich die Kirche selbst ausmachen, die Regeln kann man ändern, aber nur im Rahmen der Kirche und dass nur Sie, Udo alles verstehen, ist schwer zu glauben.
Es ist schon gut und Ihr Recht, wenn Sie umrühren, aber bleiben Sie am Boden der r.k.Kirche. Es gibt ja Religionen, wo Ihre Wünsche erfüllt sind. das weiß heute ohnehin jeder Mensch in Österreich.
Wenn man mit Ihnen nur kurz zu tun hatte, erlebte man nicht immer Bescheidenheit, Demut, Brüderlichkeit, Bamherzigkeit. War Ihr Vorgehen zu Bischof Krenn richtig?
Hängt es vielleicht mit Ihrem Verhältnis zu Kardinal Schönborn zusammen?
Die Kirche ist nicht demokratisch organisiert, wichtig wäre für Sie, die christlichen Werte
auch soweit es geht, immer wieder neu vorzuleben!
Das Kirchenvolk scheint gut beraten, wenn es nach dem Gewissen in Freiheit dazu Stellung nimmt und selbst entscheidet!!
Wenn es Ihr größtes Problem ist, dass es das Zölibat gibt, dass Frauen Priester werden sollen, dass Laien predigen dürfen, dann haben Sie keine wirklichen Sorgen!
Lesen Sie einmal die Bergpredigt, reden wir weniger von den leidenden Pfarrern und arbeiten wir einmal an der Umsetzung dieser Bergpredigt!
Dazu werden Sie, Herr Schüller und Udo halt wenig Zeit haben!
Es gibt eh die reformierte Kirche, dort können Sie sich anschließen!
Die Kirche kann man sich nicht so richten, wie man Sie braucht! Das unterscheidet den Priester von uns Laien. Jeder Priester konnte lange überlegen, was er mit seinem Leben macht!