Sonderthema:
Pflegefall überfiel Bank mit Messer

Medikamente vergessen

Pflegefall überfiel Bank mit Messer

Schon als der Mann am Donnerstagvormittag in die Sparkasse von Poysbrunn kam und ein Messer zückte, war allen Anwesenden klar: Das war kein Überfall, wie er in Filmdrehbüchern vorkommt. Dazu machte der Täter – ein Senior weit über die 60 – einen viel zu nervösen, geistig abwesenden und ungepflegten Eindruck.

Zitternd bedrohte der Räuber die Bankangestellte und nuschelte mit vorgehaltenem Messer „Überfall“. Ein Kunde, der am Selbstbedienungsgerät für Kontoauszüge beschäftigt war, kam zur Kassa und zischte nur kurz „Verschwind“ – worauf der Mann tatsächlich sofort und ohne Beute das Weite suchte.

Beeinträchtigter Mann
ans Gericht überstellt

Noch am selben Tag wurde der Verdächtige aus Poysbrunn (anhand der Fotos aus der Überwachungskamera und weil ihn alle kennen) ausgeforscht.

Wie ÖSTERREICH erfuhr, ist der Weinviertler ein alleinstehender, geistig und körperlich beeinträchtigter 68-Jähriger, der seine Medikamente nicht genommen hatte – die Tabletten fand seine Betreuerin im Müll. Obwohl er auf fremde Hilfe angewiesen und ein echter Pflegefall ist, wurde der Niederösterreicher auf Anweisung der Staatsanwaltschaft ans Landegericht überstellt. Ob die U-Haft verhängt wird, war zu Redaktionsschluss nicht klar. (kor)

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