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Prügelvater verhöhnt Cain

"Erziehungsmaßnahme"

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Prügelvater verhöhnt Cain

"Die Schläge waren eine reine Erziehungsmaßnahme.“ Miloslav M. nahm gestern erstmals im Verhör zu seiner Tat Stellung. Eine Tat, die ganz ­Österreich erschütterte: Der 26-jährige Serbe hatte am 8. Jänner den dreijährigen Sohn seiner Lebensgefährtin mit einem Besenstiel zu Tode geprügelt (es gilt die Unschuldsvermutung). Dann war er in die Schweiz geflüchtet. Cains sechsjähriger Bruder musste zusehen, wie der Kleine unter höllischen Qualen starb. Nach seiner Verhaftung in der Schweiz war eine Einvernahme wegen des "schlechten Gesundheitszustands“ des drogensüchtigen Verdächtigen nicht möglich. Bis gestern. In der U-Haft in Feldkirch redete Miloslav. M. erstmals.

  • Schläge
    Der Serbe gestand, die Kinder am Unglückstag "auf den Hintern geschlagen“ zu haben, als "Erziehungsmaßnahme“.
     
  • Beziehung
    Der 26-Jährige betonte, dass er Cain und seine Familie "sehr gemocht“ habe – was angesichts des Dramas besonders zynisch klingt.
     
  • Flucht
    Nach den Schlägen wollte er die Mutter der Kinder angeblich von ihrem Arbeitsplatz abholen. Als er wieder heimfuhr, habe er Polizei im Haus gesehen und Angst bekommen. So sei er ziellos mit dem Auto herumgefahren. "Dabei hat er noch einmal telefonisch Kontakt zu der Mutter aufgenommen. Als er hörte, dass der Bub im Spital ist, dachte er, es sei alles in Ordnung“, so Anwalt Edgar Veith. Erst in der Schweiz habe Miloslav M. in einer Zeitung gelesen, dass Cain gestorben ist.

Dem Serben sei es ein Bedürfnis, mit den Behörden zu kooperieren, betont Veith. Noch fehle aber das medizinische Gutachten des Opfers. "Dann erst sieht man, ob Cain an den Schlägen gestoben ist.“ Nach dem Vorfall gab es heftige Kritik an der Jugendwohlfahrt: Sie habe nicht eingegriffen, obwohl der Prügelvater als Gewalttäter bekannt war. Gestern nahm eine Kommission zu dem Fall die Arbeit auf. Gegen Cains Mutter laufen Erhebungen wegen Verletzung der Fürsorgepflicht.

Landtag lehnt U-Kommssion ab
Der ÖVP-Landtagsklub hat unterdessen am Mittwoch eine Untersuchungskommission des Vorarlberger Landtags zum Fall Cain abgelehnt. Die Opposistion zeigt sich empört und ortet Vertuschung

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