Rassismus-Vorwürfe gegen Wiener Polizei

Nach Lokal-Kontrolle

© NiesnerTZ/Österreich

Rassismus-Vorwürfe gegen Wiener Polizei

Nach Kontrollen in einem Lokal in Wien-Ottakring werden schwere Übergriffs-und Rassismus-Vorwürfe gegen die Wiener Polizei erhoben. Wie "profil" berichtet, sollen Beamte im Zuge einer Kontrolle im Tanzcafe "Congo" in der Christnacht mehrere aus Afrika stammende Personen rassistisch beschimpft, misshandelt und dabei verletzt haben. Das Büro für besondere Ermittlungen (BBE) hat die Causa übernommen.

Schwere Vorwürfe
"profil" zufolge soll einer der Beamten gemeint haben, dass Weihnachten feiern nichts für Schwarze sei und österreichische Gesetze "Negern" verbieten würden, sich in österreichischen Lokalen aufzuhalten. Das Magazin beruft sich dabei auf die Aussagen mehrerer Kontrollierter.

Der seit mehreren Jahren in Österreich lebende nigerianische Musiker sagte, ihm sei eine Zigarette aus der Hand geschlagen und er selbst gegen eine Wand geschleudert worden. Auch sei auf ihn eingeschlagen worden, er habe "Verletzungen an der rechten Hand und am rechten Bein".

Anzeige verweigert
Dem Bericht zufolge wurden drei Personen nach den Vorfällen im Lorenz-Böhler-Krankenhaus behandelt, dabei ging es in einem Fall um eine Gehirnerschütterung, bei den beiden anderen um Blessuren am Knie, Rücken, Beinen und Händen. Ein weiterer Vorwurf: Nach der Kontrolle wollten die Opfer Anzeige in der Bundespolizeidirektion am Schottenring erstatten, sie seien aber nicht vorgelassen worden.

Beschwerde über Lärmbelästigung
Im "profil" sagte Polizeisprecher Johann Golob, man sei wegen Anrainerbeschwerden über Lärmbelästigung in das Lokal gerufen worden. Die Gäste hätten jedoch keinerlei Kooperationsbereitschaft gezeigt. "Die haben sich aufgeführt und aufgeregt, dass die Polizei kommt", wurde er im Magazin zitiert. Eine Person habe sich "besonders aufgeführt", diese sei auf ihren fremdenpolizeilichen Status überprüft worden. Auch "eine Anwendung maßhaltender Körperkraft" habe es gegeben. Die betroffenen Personen hätten mit Anzeigen wegen Sperrstundenüberschreitung, Lärmerregung und aggressiven Verhaltens zu rechnen.

Golob räumte gegenüber "profil" ein: "Über die angeblichen Übergriffe geht aus dem Akt nichts hervor. Die Polizei ersucht um genaue Darstellung der Vorkommnisse, denn wir werden alles untersuchen. Ein derartiges Vorgehen ist nicht im Interesse der Polizei."

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